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17:58 08.08.2016
Knapp die Hälfte aller Berufstätigen arbeitet vorwiegend im Sitzen – viele Menschen bewegen sich deshalb zu wenig. Quelle: Roland Holschneider/dpa
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Berlin

Mediziner empfehlen, mindestens fünf und besser noch zehn Kilometer pro Tag zu gehen. In Deutschland arbeitet aber knapp die Hälfte (46 Prozent) aller Berufstätigen vorwiegend im Sitzen, wie aus dem Report der privaten Krankenversicherung DKV hervor geht. Dabei sitzen Menschen mit einem Schreibtischjob im Durchschnitt insgesamt elf Stunden pro Tag.

Gesundheitstipps für Arbeitnehmer

Es gibt aber ein paar Tricks, um trotz der Schreibtischarbeit im Alltag in Bewegung zu kommen:

  • Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin empfiehlt, mindestens einmal in der Stunde aufzustehen. Hilfreich dafür ist, den Drucker oder Aktenordner außer Reichweite aufzustellen oder beim Telefonieren etwas auf- und abzugehen.
  • Sportmediziner Ingo Froböse rät außerdem, Besprechungen von kleinen Arbeitsgruppen im Gehen statt im Sitzen zu veranstalten.
  • Bahnfahrer und Pendler können eine Station früher aussteigen als erforderlich und dann zügig zur Arbeit gehen.
  • Helfen kann es, Kollegen in anderen Teilen des Gebäudes zu besuchen statt sie nur anzurufen.
  • Auch im Sitzen lässt sich einiges beachten, um zumindest den Rücken zu entlasten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt dynamisches Sitzen. Dabei wippen Berufstätige hin und wieder mit dem Becken vor und zurück oder verlagern das Gewicht von einer Gesäßhälfte auf die andere.
  • Wer in der Arbeitszeit kaum zum Gehen kommt, sollte in der Freizeit einen Ausgleich schaffen: Eine halbe Stunde Bewegung pro Tag sollte das Minimum sein, rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Dabei muss es gar nicht unbedingt Sport sein. Moderate Bewegung wie Fahrradfahren oder Spazierengehen reicht bereits aus – vorausgesetzt, man gerät dabei leicht ins Schwitzen.

Studie: Deutsche bewegen sich zu wenig

Die DKV hatte am Montag ihren Bericht "Wie gesund lebt Deutschland 2016" vorgestellt. Dafür hatte die Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS) bundesweit mehr als 2.830 Menschen repräsentativ zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Erhoben wurde, wieviel die Befragen sich bewegen, was sie essen, wie gestresst sie sind und wie sie mit Alkohol und Zigaretten umgehen.

Insgesamt kamen die Forscher zu dem Fazit, dass sich die Menschen im Vergleich zu den Vorjahren vor allem deutlich weniger bewegen. So haben im Jahr 2016 nur noch 45 Prozent der Bundesbürger die Mindestaktivitätsempfehlung von 150 Minuten Bewegung pro Woche erreicht, sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie und DSHS-Professor Ingo Froböse. Im Jahr 2014 waren es noch 54 Prozent.

dpa/RND/wer

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