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Ebola-Angst löst in Italien Streit aus

Trotz „Screening auf See“ Ebola-Angst löst in Italien Streit aus

Können westafrikanische Flüchtlinge die Ebola-Epidemie über Italien nach Europa bringen? Unwahrscheinlich, sagen Wissenschaftler, und Rom verweist auf strikte Kontrollen. Es gibt Polemik und falschen Alarm.

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Trotz eines intensiven Screenings: Italien hat Angst vor Ebola.

Quelle: dpa

Rom. Die Ebola-Epidemie, in Westafrika außer Kontrolle geraten, musste in Italien Sorgen und Befürchtungen auslösen. Denn immerhin kommen in diesen Monaten mehr Flüchtlinge denn je zuvor von Nordafrika an italienischen Küsten an - dieser Tage werden es bereits 100 000 für das Jahr 2014 sein. Manche Migranten bringen Krankheiten mit, etwa Tuberkulose und Krätze. Wie groß die Gefahr ist, dass die Ebola-Epidemie auch den europäischen Süden erreicht, und ob denn von den Behörden genug zur frühzeitigen Erkennung getan wird, das hat in Italien zu Unsicherheiten geführt. Zudem löste es auch politischen Streit aus. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin scheint jedoch  felsenfest davon überzeugt, für den Ernstfall präpariert zu sein.

„Seit dem 21. Juni unterstützt das Gesundheitsministerium die italienische Marine an Bord der Schiffe des „Mare Nostrum“-Programms und hat bereits 33 000 Personen medizinisch kontrolliert“, erläuterte Lorenzin am Donnerstag. Denn immer wieder schwappen Befürchtungen hoch, angesichts des Riesenansturms von Bootsflüchtlingen könnten bei dem Hilfsprogramm der Marine eventuelle Ebola-Fälle zu spät entdeckt werden. „Wir haben in einer beispiellosen Aktion ein „Screening auf See“ eingeführt“, ergänzte die Ministerin. Dabei geht es nicht nur um Ebola, sondern auch um andere Krankheiten, die eingeschleppt werden.

Dabei kommen in Sizilien oder Kalabrien nur wenige Migranten etwa aus dem von der Epidemie betroffenen Sierra Leone an - für Westafrikaner führt der Weg nach Europa eher über Spanien als über das viel weiter entfernte Italien. Wer von der italienischen Marine oder Küstenwache an Bord geholt wird, stammt meist aus Syrien, Eritrea, Somalia oder Pakistan. Nach dem Ebola-Ausbruch habe man die Kontrollen sofort auch an den Flughäfen verstärkt, ohne dies an die große Glocke zu hängen. So zeigen sich die Gesundheitsbehörden sicher, das Virus von Italien und damit von Europa fernzuhalten. Wissenschaftler meinen, die kurze Inkubationszeit von bis zu drei Wochen mache diesen Weg ohnehin schlicht unwahrscheinlich.

Das hat Polemiken und auch Zeitungsenten in Italien nicht verhindert. Die Gegner des von der Marine erleichterten Flüchtlingsstromes sehen die Chance, einmal mehr den Stopp für „Mare Nostrum“ zu fordern. Denn damit begünstige Italien die anschwellenden Flüchtlingsmassen noch. „Diese Operation muss sofort beendet werden, denn sie ist nicht nur politisch falsch, sondern setzt uns einem höchsten Gesundheitsrisiko aus.“ So kommentierte etwa der konservative Senator Maurizio Gasparri von Silvio Berlusconis Partei Forza Italia (FI) die Ebola-Epidemie.

Und eine Polizei-Gewerkschaft warf der Regierung von Matteo Renzi vor, nur zu schweigen oder das Risiko herunterzuspielen. Einer Gefahr seien auch alle ausgesetzt, die wie die Polizeibeamten an vorderster Stelle mit den ankommenden Migranten zu tun hätten. „Unser System der Kontrollen und der Vorbeugung ist absolut unwirksam“, meinte der Gewerkschafter Gianni Tonelli. Er verwies auf Tbc-Ansteckungen bei vielen Beamten. Sanitäter verteilen auch Schutzmasken an Migranten.

Immer wieder tauchen, vor allem im Internet, Falschmeldungen über Ebola-Erkrankungen bei Flüchtlingen auf. Obwohl dementiert, machen sie die Runde. Die Insel Lampedusa hat jetzt einen 26-Jährigen auf zehn Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Via Facebook soll dieser vor Ebola-Fällen auf Lampedusa gewarnt und damit dem Tourismus dort geschadet haben. Das konnte in Italien wohl nicht ausbleiben. Während das Land, allererste Anlaufstation für Flüchtlinge aus Afrika, doch nur hofft, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein - unter anderem mit vorbereitenden Quarantäne-Systemen auf See. „Das alles sollte die Bevölkerung beruhigen können“, ist die Gesundheitsministerin sicher.

dpa

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