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Umwandlung von Grünland in Ackerland belastet Klima

Studie Umwandlung von Grünland in Ackerland belastet Klima

Die Umwandlung von Grün- in Ackerland kann unser Klima belasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Christopher Poeplau und Axel Don aus dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig, die in der Fachzeitschrift „Global Change Biology“ veröffentlicht wurde.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Durch die Umwandlung könne innerhalb weniger Jahre bis zu 40 Prozent des Humus verloren gehen und durch vermehrte Kohlendioxidemissionen unser Klima beeinträchtigen, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Es könne Jahrzehnte dauern, bis sich der Humus wieder angereichert habe, wenn Acker wieder zu Grünland werde. Humus im engeren Sinne bezeichnet in der Bodenkunde die Gesamtheit der toten organischen Substanz eines Bodens.

Poeplau und Don haben für ihre Untersuchungen knapp 100 Feldstudien zusammengefasst und ausgewertet. Werde eine Wiese in einen Acker umgewandelt, führe dies zu Humusverlusten von durchschnittlich 35 Prozent. In Deutschland seien in jüngster Zeit mehr als 70.000 Hektar Grünland pro Jahr zu Ackerland umgewandelt worden - eine Fläche von 100.000 Fußballfeldern.

Insgesamt beträfen die Landnutzungsänderungen etwa neun Prozent der deutschen Landfläche in einem Zeitraum von fünf Jahren. Dies sei genug, um die gesamte Treibhausgasbilanz Deutschlands zu beeinflussen, heißt es in der Pressemitteilung.

Untersucht wurde auch, wie sich die Aufforstung von Äckern und Grünland auf das Klima auswirkt. Bei einer Aufforstung von Ackerflächen steige zwar der Kohlenstoffgehalt im Boden, allerdings nicht mehr als bei einer Umwandlung zu Grünland. Werde dagegen Grünland aufgeforstet, führe dies langfristig zu keiner zusätzlichen Kohlenstoffspeicherung im Boden. Die Aufforstung von Grünland kann nach Aussage von Axel Don in den ersten Jahren sogar zu Humusverlusten führen und dadurch kontraproduktiv für den Klimaschutz sein.

Noch seien viele Fragen offen: Zum Beispiel befänden sich große Mengen Humus im Boden in Tiefen unterhalb von 30 Zentimetern. Bislang sei kaum bekannt, wie diese Bodenschicht auf Änderungen der Landnutzung reagiere. Die beiden Forscher planen daher noch mehrere Bodenmessungen in ganz Europa.

dpa

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