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Unfallrisiko erhöht sich mit Handy eklatant

Ablenkung am Steuer Unfallrisiko erhöht sich mit Handy eklatant

Forscher in den USA und Deutschland haben Autos und Fahrer mit Kameras ausgestattet, um die Unfallgefahr durch Handys zu belegen. Das Resultat: In den USA werden mehr als die Hälfte aller Zusammenstöße durch Ablenkungen wie Handynutzung verursacht.

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Eine Frau sitzt im Auto am Steuer und liest Nachrichten auf ihrem Smartphone.

Quelle: Monika Skolimowska/dpa

Geretsried/Blacksburg. Wie gefährlich ist die Nutzung die Handynutzung beim Autofahren wirklich? Das wollten unter anderem Experten in Deutschland herausfinden. Die Firma Ergoneers stattete eine Fahrerin dazu mit einer sogenannten Eye-Tracking-Kamera aus, die die Bewegung der Augen erfasst. So wurde festgestellt, wie lange die Frau durch das Smartphone von der Straße abgelenkt war und wie sich das auf ihre Reaktion auswirkte. Das Ergebnis ist erschreckend: Vier Sekunden lang ist die Probandin im Blindflug unterwegs gewesen. Vier Sekunden, in denen sie einen Unfall nicht rechtzeitig hätte verhindern können, schätzt Verkehrspsychologe Dr. Martin Gründl die Situation ein. Bei einer Geschwindigkeit von 38 Stundenkilometern hat die Testperson 42 Meter zurückgelegt, ohne auf den Straßenverkehr zu achten. Das Experiment wurde im Rahmen eines Sicherheitstests für das RTL II-Magazins "GRIP" durchgeführt. Gestützt werden die Ergebnisse auch von einer Studie der Allianz. Daraus geht hervor, dass jeder zehnte Verkehrsunfall auf eine Beeinträchtigung des Fahrers durch SMS-Schreiben, Navi-Bedienen oder Essen zurückzuführen sei.

88 Prozent der Unfälle aufgrund menschlichen Versagens

In den USA haben Wissenschaftler Tausende Autofahrer über mehrere Jahre begleitet. Verkehrsforscher um Thomas Dingus vom Virginia Tech Transportation Institute (VTTI) in Blacksburg gewannen für ihre Studie 3500 Fahrer im Alter von 16 bis 98 Jahren. Sie verursachten in drei Jahren 905 größere Unfälle, 88 Prozent davon gingen auf menschliches Versagen zurück, heißt es bei Spiegel Online. Die Forscher unterteilten die Ergebnisse in drei Gruppen: Beeinträchtigungen der Fahrtüchtigkeit etwa durch Müdigkeit und Alkohol, Fahrfehler und Ablenkung am Steuer beispielsweise durch Mitfahrer, Essen oder Handynutzung. Durch Fahrfehler wurde das Risiko eines Unfalls am stärksten beeinflusst. Dennoch schätzen die Wissenschaftler Ablenkung als größere Gefahr ein: Ablenkungen trugen zu gut 68 Prozent der Unfälle bei. Dazu komme, dass die Fahrer laut der Analyse mehr als der Hälfte der Zeit am Steuer abgelenkt waren. 

Vier Millionen Unfälle könnten verhindert werden

Der Griff zum Handy steigerte die Unfallgefahr nach Angaben der Wissenschaftler etwa um das Fünffache, das Lesen und Schreiben von Botschaften sogar um das Zehnfache. Wer am Steuer seines Pkw abgelenkt werde, egal wodurch, erhöhe das Risiko für einen Unfall signifikant. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenstoß sei dann doppelt so groß. Laut Spiegel Online gehen die Forscher davon aus, dass ohne Ablenkung am Steuer vier Millionen der jährlich fast elf Millionen Unfälle in den USA vermieden werden könnten.

dpa/spon

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