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Nachrichten Wissen Unternehmen wollen Wissen vor dem Ruhestand sichern
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12:29 30.07.2011
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Wennebostel

Immer mehr Unternehmen wollen das Spezialwissen ihrer Mitarbeiter kurz vor dem Ruhestand erhalten. „Wissenstransfers sind ein modernes Instrument, um Unternehmen vor dem Verlust des wertvollen Erfahrungswissens ihrer Mitarbeiter zu schützen“, sagte Wolfgang Isermann, Leiter der Personalentwicklung bei Sennheiser, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müsse sowohl der Nachwuchs als auch das Unternehmen von dem Wissen und den Erfahrungen der älteren Mitarbeiter profitieren - und einem Verlust entgegenwirken.

Den Anfang habe der Automobilkonzern Volkswagen in Wolfsburg gemacht und die Technik des Wissenstransfers angewandt - nun ziehen Isermann zufolge immer mehr Unternehmen nach. „Er dient dazu, das Wissen von Mitarbeitern zu orten und es dann weiterzugeben.“ Bis zu eineinhalb Jahre könne ein solcher Prozess dauern, denn ein großer Teil des Wissens müsse von einem Gesprächspartner erst herausgekitzelt werden.

Unersetzlich seien zum Beispiel Kontakte innerhalb und außerhalb des Konzerns, soziale Spielregeln unter Kollegen und Fachkenntnisse in der Produktion. Bei dem Audiotechnikunternehmen Sennheiser gebe es zum Beispiel einen Spezialisten für Löttechnologie für Platinen, und erfahrene Mitarbeiter können allein am Klang von Maschinen Fehler erahnen. „Mit Hilfe eines Bildes - dem Wissensbaum - stelle ich als Moderator gezielte Fragen, um den Mitarbeiter zum Erzählen zu bringen“, erklärte Isermann.

Hintergrund des Projekts sei, dass bei Sennheiser in den nächsten 10 bis 15 Jahren überdurchschnittlich viele Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. „Das ist die Babyboomgeneration.“

Für die Beschäftigten selbst sei die Weitergabe von Wissen kurz vor dem Ruhestand oft eine Würdigung ihres Schaffens. „Für viele stellt das Ergebnis ihr Lebenswerk dar“, sagte Isermann. Sennheiser beschäftigt in Deutschland mehr als 1100 Menschen, rund ein Viertel von ihnen sind älter als 50 Jahre.

dpa

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