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Basilikum aus der Unterwasserplantage

Projekt "Nemos Garten" in Italien Basilikum aus der Unterwasserplantage

Stabile Temperaturen, ausreichend Süßwasser, keine Schädlinge: In der Heimat des Pesto experimentieren Taucher mit Basilikumkulturen unter Wasser. Das Projekt nahe dem ligurischen Ort Noli könnte den Anbau von Nahrungspflanzen in trockenen Küstengegenden revolutionieren.

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Unter jeder Glocke ist eine Plattform angebracht, auf der die Taucher arbeiten können. Trotz Sensoren und Kameras unternehmen sie tägliche Tauchgänge.

Quelle: Olivier Morin

Noli. Es ist das bekannteste Produkt der norditalienischen Riviera mit ihren steilen, terrassierten Küsten: Basilikum, Hauptbestandteil der berühmten Pastasauce Pesto, und intensiv duftend. Initiator der Unterwasserplantagen "Nemos Garten" ist Sergio Gamberini, Geschäftsführer einer auf Unterwasserkommunikation spezialisierten Firma.

"Ich hatte die Idee, weil ich mehr Austausch zwischen der Welt über Wasser und den Tauchern wollte", sagt Gamberini. Er habe eine typische landwirtschaftliche Aktivität gewählt und sich gefragt: "Warum verlegen wir das nicht unter Wasser?", erzählt er. "Ich erkannte, dass dies eine Chance ist für neue Orte des Gemüseanbaus" (im Bild Projektleiter Gianni Fontanesi beim Überwachen der "versunkenen Biosphäre"/Foto: Olivier Morin).

Zunächst versenkte der Pionier einen einfachen Plastikball, in dem er eine Dose mit Kompost und Kräutersamen platziert hatte – und sah, dass das Basilikum wuchs und gedieh. Inzwischen sind 100 Meter vor der Küste in acht Metern Tiefe drei große Plastikglocken im Meeresboden verankert, in denen sich klassische Pflanzkästen befinden. Mittlerweile gehen die Unterwasserplantagen in die vierte Saison – eine Genehmigung gibt es bisher nur für die Zeit von Juni bis September.

Für den Rest des Jahres muss das Material an Land gelagert werden, auch wenn Gamberini versichert, dass die Unterwasser-Gewächshäuser das Ökosystem nicht stören. Die Verdunstung sorgt für 80 bis 90 Prozent Feuchtigkeit in den Glocken, genügend Süßwasser also für die Pflanzen. Und in der sonnigen Region dringen 60 Prozent des Oberflächenlichts bis in diese Tiefe durch – damit können die Pflanzen durch Photosynthese Sauerstoff bilden.

Das Meer hält die Temperatur Tag wie Nacht

Unter jeder Glocke ist eine Plattform angebracht, auf der die Taucher arbeiten können. Denn trotz Sensoren und Kameras unternehmen sie tägliche Tauchgänge zu den Plantagen. Der größte Vorteil der Unterwasserfarm seien die stabilen klimatischen Bedingungen, betont Projektleiter Gianni Fontanesi: "Das Meer hält die Temperatur Tag und Nacht ohne große Schwankungen." Die Wassertemperatur an der nördlichen Mittelmeerküste liegt derzeit bei 25 Grad, in den Unterwasserglocken herrschen 29 Grad. Hinzu kommt, dass die Pflanzen unter Wasser vor Insekten und Parasiten geschützt sind – an Land gerade zu dieser Jahreszeit eine Plage.

Bisher sind die Ergebnisse ermutigend: In den Glocken wachsen die Basilikumblätter dichter als sonst – perfekt, um sie mit Pinienkernen, Parmesan und Olivenöl zu einem Pesto zu mischen. Nun experimentiert Gamberini mit Kopfsalat, noch in diesem Sommer will er zudem Pilze, Tomaten, Erdbeeren und grüne Bohnen unter Wasser anbauen. "Langfristig könnte dies eine Lösung sein für Regionen, in denen das Süßwasser knapp ist und das Meer nah", sagt er.

"Teurer Kopfsalat hat keine Zukunft"

Voraussetzung sei allerdings, dass kostenrentable Methoden entwickelt würden: "Wenn ein Kopfsalat aus der Unterwasserplantage zu viel kostet, hat es keine Zukunft." Gamberini ist nicht der einzige mit visionären Ernährungsprojekten. Auf der Expo in Mailand mit dem Motto "Den Planeten ernähren, Energie für das Leben" ist das Unterwasser-Basilikum eine von 20 Ernährungsinnovationen aus Italien.

afp

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