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14:07 15.11.2017
Im Bett noch schnell in die E-Mails schauen. Das wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus. Quelle: dpa-tmn
Berlin

Insgesamt findet ein Drittel der Deutschen nicht richtig in den Schlaf oder schläft nicht tief genug. Ein knappes Viertel (24 Prozent) kommt nicht auf das von Gesundheitsexperten empfohlene Minimum von sechs Stunden. Das geht aus der Studie „Schlaf gut, Deutschland“ hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Berlin vorstellte. Wer aber nicht ausreichend schlafe, gefährde nicht nur die eigene Gesundheit. Auch Unfallrisiko und Fehlerquote im Job stiegen, so die Herausgeber der Studie.

Unregelmäßige Arbeitszeiten als häufiger Faktor

Besonders unregelmäßige Arbeitszeiten oder Schichtdienst lassen viele Berufstätige schlecht schlafen. 40 Prozent der sogenannten Flex-Beschäftigten klagen über schlechte Schlafqualität. Ihr Anteil an der Gruppe der Schlecht-Schläfer sei überdurchschnittlich hoch.

Laut neuer TK-Studie liegt der Anteil der Flex-Beschäftigten in Deutschland mittlerweile bei 30 Prozent. Ihr Bedarf steige mit dem Anspruch der Verbraucher, rund um die Uhr alles erledigen zu können. Digitalisierung und internationale Märkte verändern die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten. „Was sich allerdings nicht ändert, ist die innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis“, sagte der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas.

Das System muss zur Erholung herunterfahren

Der Mensch muss sich erholen, um kreativ und leistungsfähig zu sein. „Im Schlaf sortiert das Gehirn seinen Zwischenspeicher. Dafür muss das System herunterfahren“, erläuterte Baas. Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Werks- und Betriebsärzte hält auch die Zeitpuffer zwischen mentaler sowie körperlicher Beanspruchung und dem Schlaf für äußerst wichtig. Schnell aufstehen, Katzenwäsche und ohne Frühstück zur Arbeit? Oder abends bis lange nach Feierabend schuften und zu Hause sofort ins Bett? Beides ist aus gesundheitlicher Sicht keine gute Idee, sagt Wahl-Wachendorf.

Ein bis zwei Stunden sollte der Zeitpuffer mindestens lang sein, rät Wahl-Wachendorf. Und auf keinen Fall sollte man noch im Bett einen schnellen Blick in die E-Mails werfen. „Die Schlafqualität ist dann definitiv anders, das ist auf keinen Fall gesundheitsfördernd.“

Gesundheitliche Beschwerden bei „Schlechtschläfern“

Das bestätigt auch die TK-Studie. „Schlechtschläfer“ sind demnach deutlich häufiger von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. 54 Prozent litten unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den „Gutschläfern“ seien es nur 35 Prozent. Wer schlecht schlafe, fühle sich mehr als doppelt so häufig erschöpft (44 zu 21 Prozent), gereizt (33 zu neun Prozent) und niedergeschlagen (21 zu sechs Prozent).

Die Studie zeige aber auch, dass man schon mit kleinen Lebensstilveränderungen viel erreichen könne, hieß es. So beklagten 41 Prozent die Zimmertemperatur, 23 Prozent konsumierten vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten und 15 Prozent koffeinhaltige Getränke. Bei sieben Prozent der Erwachsenen liege das Smartphone auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen. Besonders hoch sei der Anteil bei den Unter-30-Jährigen. Hier störe das Handy bei jedem Fünften den Schlaf.

Von RND/dpa

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