Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Wanzen-Plage 2018: Darum sind sie jetzt in unseren Wohnungen
Nachrichten Wissen Wanzen-Plage 2018: Darum sind sie jetzt in unseren Wohnungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 17.10.2018
Die Wanze ist dieses Jahr besonders verbreitet in Deutschland. Quelle: Döbelner Allgemeine Zeitung
Hannover

Im Herbst wurde Deutschland noch von der heimischen Hauswinkelspinne geplagt, im Herbst ziehen jetzt die Wanzen ein. Das merken aktuell auch viele Hannoveraner. Die Baumwanze oder Stinkwanze ist seit einiger Zeit auf der Suche nach einem warmen Winterquartier und hat es insbesondere auf Gärten, Balkone oder am liebsten warme Wohnungen abgesehen. 

Warum gibt es dieses Jahr eine Wanzen-Plage in Deutschland?

Aufgrund des langen und warmen Sommers konnten sich die Wanzen in diesem Jahr ideal entwickeln und fortpflanzen. Ein einzelnes Tier kann bis zu 450 Eier legen – während die Wanzen normalerweise nur eine Nachwuchs-Generation im Jahr hervorbringen, waren es 2018 gleich zwei, also knapp doppelt so viele Tiere. 

Um was für eine Wanze handelt es sich?

Die Wanze, die derzeit überall anzutreffen ist, stellt eine eigene Gattung innerhalb der Insekten dar. Sie ist allerdings völlig harmlos für den Menschen und ernährt sich ausschließlich von Pflanzensaft. Bei den diesjährigen Wanzen handelt es sich je nach Region vornehmlich um eine der folgenden Arten:

• Rötlich-braune Zapfenwanze

• Gräulich-braune Feldwanze (auch Gartenwanze genannt)

• Grüne Stinkwanze

• Marmorierte Baumwanze

Wanzen sind vergleichsweise große, sechsbeinige Insekten mit einem festen Panzer, die in Deutschland in zahlreichen Variationen auftreten. Hierzulande gibt es rund 1000 Arten von Wanzen, in ganz Europa sind es rund 3000 und weltweit sogar um die 40.000 Wanzenarten. Die meisten der in Deutschland vorhandenen Arten sind heimisch, andere wie die marmorierte Baumwanze sind hingegen aus Ostasien über Nordamerika eingeschleppt worden.

Wanzen in der Wohnung: Was wollen die Wanzen?

Grund dafür, dass wir derzeit verstärkt auf Wanzen treffen, ist der kurz bevorstehende Winter. Die Wanzen suchen einen geeigneten Platz zum Überwintern, so dass sie insbesondere von geheizten und beleuchteten Wohnungen angezogen werden. Sie dringen vor allem über offene Fenster und Türen ein, sind aber auch häufig auf beheizten und überdachten Balkonen anzutreffen.

In den Wohnräumen selbst richten die Wanzen keinen Schaden an. Nur Früchte sind eine begehrte Futterquelle der kleinen Störenfriede. Haben die Wanzen sich an Birnen, Pfirsichen, Äpfeln und Co. vergangen, verfärben und verformen sich diese unansehnlich. Bringen Sie Ihren Obstteller also frühzeitig in Sicherheit.

Sind Wanzen ein Zeichen für eine unhygienische Wohnung?

Wer Besuch von Wanzen in Haus oder Wohnung bekommt, macht sich oft Sorgen um die heimische Hygiene. Völlig zu Unrecht, denn Wanzen haben keineswegs Interesse an besonders sauberen oder dreckigen Umgebungen. Sie sind lediglich auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier, für das vor allem Licht und Wärme entscheidend sind.

Gibt es auch eine Bettwanzen-Plage?

Nicht zu verwechseln sind die Stinkwanzen mit ihren kleineren Verwandten, den Bettwanzen. Sie sind insbesondere bei Stadtbewohnern eine lästige, aber regelmäßige Plage. Im Gegensatz zu den draußen heimischen Wanzen sind Bettwanzen zudem auch nicht ganz ungefährlich: Sie können stechen und im schlimmsten Fall Krankheiten übertragen. Im Kampf gegen Bettwanzen kommen professionelle Schädlingsbekämpfer zum Einsatz. Ein deutliches Zeichen für einen Bettwanzenbefall sind kleine schwarze Punkte auf Tapeten oder Bettrahmen, denn dort haben die Tiere ihren Kot hinterlassen.

Wie kann man Stinkwanzen vertreiben?

Das sollten Sie nicht tun: Um Stinkwanzen zu vertreiben oder zu bekämpfen, sollten diese nicht einfach erschlagen werden. Denn fühlen sich die Wanzen bedroht oder sterben, sondern sie ihr stinkendes Sekret ab.

Wanzen bekämpfen: Die besten Tipps gegen die Wanzen-Plage

• Am wirksamsten gegen Stinkwanzen ist das Verschließen von Fenstern und Türen, das gilt auch für Balkon- und Terrassentüren.

• Hilfreich sind ebenfalls Fliegengitter an den Fenstern, um dennoch problemlos lüften zu können.

• Da Wanzen von Wärme und Licht angezogen werden, sollte vor allem abends nicht mit angeschaltetem Licht gelüftet werden. Dieses Vorgehen bietet sich auch gegen andere Störenfriede an, etwa Motten oder Fliegen.

• Ist eine Wanze in die Wohnung gelangt, dann kann und sollte diese ganz einfach gefangen und wieder in die Freiheit entlassen werden. Das funktioniert am besten mit einem Glas und einem Stück Papier oder Pappe.

• Nicht zu empfehlen sind giftige Insektizide. Sie schaden nicht nur den Tieren, sondern womöglich auch der eigenen Gesundheit, insbesondere in geschlossenen Räumen.

Wann ist die Wanzen-Plage vorbei?

Die Wanzen überwintern an warmen Plätzen und warten dort auf den kommenden Frühling. Gefährlich wird es für sie ab Temperaturen unter 10 Grad, denn diesen sind sie aufgrund ihres dünnen Panzers nicht gewachsen. Im Frühjahr werden sie von ganz allein den Weg nach draußen antreten.

Von RND/do

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bevor der Frost einsetzt, sollten sensible Kübelpflanzen in ihr Winterquartier umziehen. Wir erklären, was Sie dabei beachten müssen.

17.10.2018

Smartphones speichern viele Informationen unseres Privat- und Arbeitslebens. Mit der richtigen Vorbereitung können sensible Daten gegen Diebstahl geschützt werden.

17.10.2018

Naht die kalte Jahreszeit, muss der heimische Garten winterfest gemacht werden. Das gilt insbesondere für den Gartenteich. Wir zeigen, worauf Sie achten müssen.

17.10.2018