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Warum der Osterhase bunte Eier bringt

Brauchtum Warum der Osterhase bunte Eier bringt

Ausgerechnet der Hase ist zu einem Symbol für Ostern geworden. Wie konnte es dazu nur kommen? Denn bei Kirchenvertretern war das fortpflanzungsfreudige Tier früher verpönt.

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Bunte Eier suchen – das gehört für die meisten Kinder zum Osterfest.

Quelle: Tobias Hase/dpa

Berlin. Keine Osterzeit ohne Osterhasen. Für Kirchenvertreter war Meister Lampe früher zwar geradezu verpönt, denn seiner Fruchtbarkeit wegen galt er als Symbol der Sinnlichkeit. Längst aber ist der Hase zum österlichen Symboltier geworden. Millionen Kinder in Deutschland glauben an das Tierchen, das zu Ostern bunt bemalte Eier versteckt, und machen sich alljährlich auf die Suche.

Ei und Rot als Symbol des Lebens

Warum gerade der fortpflanzungsfreudige Feldhase zum beliebtesten Eierlieferanten wurde, ist nicht endgültig geklärt. Volkskundler vermuten, dass der Hase als Symbol des Lebens die zur Osterzeit erwachende Natur versinnbildlichen soll. Dazu passt symbolisch das seit dem 13. Jahrhundert traditionell rot gefärbte Osterei: als Farbe des Lebens, der Freude und als Symbol für das Blut Christi.

Noch mehr aber gilt das Ei selbst als Symbol des Lebens und der Auferstehung. Und daran erinnert das christliche Osterfest: Der gekreuzigte Jesus ist von den Toten auferstanden, Gott schenkt neues Leben. Schon der Kirchenvater Augustinus, geboren 354, deutet das Ei theologisch. Und in der gesamten europäischen Kunstgeschichte steht das Ei sinnbildlich für die Auferstehung – Christus hat das Grab und damit den Tod durchbrochen wie ein Küken die Schale seines Eis.

Brauch wurde erst spät allgemein bekannt

In vielen Teilen Deutschlands war der wunderliche Brauch noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts unbekannt, verbreitet war er zunächst vor allem im Elsass und in der Pfalz. Auch unter dem Einfluss der Süßwaren- und Spielzeugindustrie wurde er jedoch bald überregional populär.

Dass der Hase bemalte Eier im Garten versteckt, die dann von Kindern am Ostermorgen im Moos gefunden werden, wird zum ersten Mal 1682 von dem Mediziner Georg Franck von Franckenau in der Abhandlung "De ovis paschalibus - von Oster-Eyern" erwähnt. Er beschreibt das Phänomen, dass der Osterhase in bestimmten deutschen Regionen Eier versteckt – und nennt es "eine Fabel, die man Simpeln und Kindern aufbindet".

Meist rot gefärbte Eier als Ostergeschenke kennt man in Deutschland schon im 13. Jahrhundert. In den orthodoxen Kirchen hat das Osterei besondere Bedeutung: In Russland schreibt man in Kirchen geweihten Eiern magische Fähigkeiten zu.

dpa/epd

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