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Wissen Weise matchen – wer passt zu mir?
Nachrichten Wissen Weise matchen – wer passt zu mir?
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15:24 05.07.2017
Christian Hemschemeier ist
Hannover

Ähnlich wie bei den Blutgruppen passt nicht alles gleich gut zusammen. Sicher gebundene Menschen sind dabei für Alle das optimale Match. Sie fühlen sich wohl mit sich, können auch mal alleine sein, haben aber auch kein Problem mit Nähe. Dann gibt es unsicher-vermeidende Menschen. Diese vermeiden echte Beziehungen entweder komplett, oder zeigen ein sehr zwiespältiges Verhalten. Einerseits wollen sie in einer eher distanzierten Beziehung sein, andererseits reagieren sie mit Panik, wenn es zu nah wird. Auf dem anderen Extrem ist der unsicher-ängstliche Bindungsstil. Diese Menschen zeigen starke Verlustängste, wenn die Beziehung wackelt. Sie hängen sehr am Partner und verlieren sich leicht im Gegenüber. Als viertes gibt es noch den ängstlich-vermeidenden Stil, dieser kombiniert Bindungs- und Verlustangst - tritt aber selten auf, deshalb vernachlässigen wir den hier mal. Gut passen natürlich zwei bindungssichere Partner. Sie können natürlich auch Probleme haben, aber das Grundverständnis sollte hier da sein. Dieses Match ist sehr stabil - und oft auch glücklich. Wenn es nicht läuft, hat man die Kraft sich zu trennen und optimistisch etwas Neues zu suchen.

Bindungsvermeider und Bindungsbesorgte

Ein sicherer und ein bindungsbesorgter Mensch passen auch gut. Der besorgte Partner beruhigt sich langsam in so einer Beziehung und wird in der Regel auch sicher. Zwei Verlustängstler kommen erstaunlicherweise nicht gut klar. Sie fallen förmlich ineinander und neutralisieren sich gegenseitig. Beide halten sich fest und behindern Entwicklung. Die Beziehung ist häufig erstarrt, aber dennoch unruhig und instabil. Den Fall von zwei Bindungsvermeidern kann man hier vernachlässigen. Hier fehlt der Schwung, die Beziehung voranzubringen, wenn beide sich zurück ziehen. Dieses Match kommt selten vor.

Fraglich ist das Match mit einem sicheren und einem vermeidenden Partner. Dies ist sehr anstrengend für den sicheren Partner und treibt ihn unter Umständen eher weg oder macht ihn selber verlustängstlicher. Es kann aber auch sein, dass der Vermeider langsam auftaut und insgesamt sicherer wird. Eines der häufigsten Matches ist ein Bindungsvermeider mit einem bindungsbesorgten Menschen. Dies ist er erstaunlicherweise sehr stabil. Der besorgte Part leidet zwar an der Distanz, ist aber insgesamt oft zu verunsichert, als dass der drüber nachdenkt, ob es für ihn nicht vielleicht ein besseres „Blatt“ gibt. Außerdem schöpft er immer wieder Hoffnung in den guten Phasen. Der vermeidende Part ist froh, jemand gefunden zu haben der die Distanz „mitmacht“. Teilweise ist er von den ganzen „Nähewünschen“ des anderen (selbst wenn diese sehr „üblich“ sind) genervt. Wenn sich diese Beziehung lockert, senkt sich der Druck für den Vermeider, er zeigt mehr Bindungsverhalten, zieht den Besorgten wieder rein, und die nächste Runde beginnt.

Ungünstige Matches lassen sich nicht wegdiskutieren

In Paartherapie erscheint ganz überwiegend dieses letzte Match. Zwei sichere Partner machen seltener eine Paartherapie. Die anderen sind in der Regel sowieso nicht stabil genug. Wenn die unsicheren Bindungsstile nicht all zu tief verankert sind, hilft die Paartherapie dieses Muster zu verstehen. Eine gute Kommunikation ist enorm hilfreich, die unterschiedlichen Bedürfnisse nach Nähe (und auch Sex) zu verstehen und einordnen zu können. Wenn die Bindungsstile aber weit auseinanderklaffen, treten neue Verletzungen oft schneller auf als alte heilen können. Diese Beziehungen sind oft nicht mehr zu retten oder versinken in Chaos oder Schmerz. Ein wirklich ungünstiges Match lässt sich nicht wegdiskutieren. Besser ist es dann, zu verstehen warum alles so schwierig war, und dieses Wissen zu nutzen, einen geeigneteren Partner zu finden.

Der Autor ist zu erreichen unter www.eheberatung.info und www.liebeschip.de.

Von RND

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