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Ein gebrochenes Herz kann tödlich sein

Weltweit größte Studie Ein gebrochenes Herz kann tödlich sein

Pech in der Liebe, Mobbing am Arbeitsplatz, Streit in der Familie: Das kann einem Menschen das Herz brechen – und die Gefahr, daran zu sterben, ist größer als bisher gedacht. Das haben Schweizer Mediziner herausgefunden.

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Verlust eines geliebten Menschen: Mediziner kennen tatsächlich das "gebrochene Herz". Eine neue Studie warnt: Betroffene können daran sterben.

Quelle: dpa

Zürich. Es ist ein noch verhältnismäßig junges Krankheitsbild: 1990 hätten japanische Wissenschaftler zum ersten Mal das "Syndrom des gebrochenen Herzens" beschrieben, erklären die Schweizer Forscher der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Zürich (USZ). Das Wissen über die Krankheit stamme bisher nur aus Fallberichten und kleineren Studien. Ihre Untersuchung sei deshalb die weltweit größte dazu. Kardiologische Zentren aus der Schweiz, Deutschland und sieben weiteren Ländern hätten sich daran beteiligt. Angaben über 1750 Patienten seien ausgewertet worden. Die Ergebnisse wurden im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Die Mediziner fanden unter anderem heraus, dass ein gebrochenes Herz häufig unerkannt bleibt. "Unsere Daten weisen darauf hin, dass die Erkrankung womöglich deutlich unterdiagnostiziert wird", schreiben die Studienleiter Christian Templin und Jelena-Rima Ghadri. Außerdem hätten sie nachgewiesen, dass die Erkrankung anders als bisher angenommen "ein lebensbedrohendes Krankheitsbild darstellt". Die Sterblichkeitsrate sei mit der eines akuten Herzinfarkts vergleichbar, schreiben die beiden USZ-Kardiologie in einer Mitteilung.

Auch sonst ähnle das gebrochene Herz einem Herzinfarkt, erklären die Mediziner. Die Unterscheidung gelinge nur mit Hilfe einer Herzkatheter-Untersuchung. Therapie-Richtlinien gebe es noch nicht. Nach Auswertung der Studie würden sie eine Behandlung mit Medikamenten empfehlen, welche ein blutdrucksteigerndes Hormon hemmen. Templin rät außerdem dazu, Patienten in der akuten Krankheitsphase intensiv zu überwachen, "um lebensbedrohliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln". Und er hoffe, dass die Krankheit nicht nur bei kardiologischen Erkrankungen in Betracht gezogen werde.

Denn Auslöser eines gebrochenen Herzens könne ein emotionales oder physisches Stressereignis sein, "beispielsweise der Verlust einer geliebten Person, Mobbing am Arbeitsplatz, Familienstreitigkeiten". Im Falle einer Erkrankung verkrampfe sich wahrscheinlich ein Gefäß im Herzmuskel, was zu einer Minderdurchblutung bis hin zum lebensbedrohlichen Pumpversagen führe. Betroffen seien vor allem Frauen in der Menopause.

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