Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Weltweit wichtigste Dino-Forscher tagen in Niedersachsen
Nachrichten Wissen Weltweit wichtigste Dino-Forscher tagen in Niedersachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:42 04.04.2011
Dinosaurier-Fährten in einem Steinbruch im Schaumburger Land. Quelle: dpa

Die Stadt Obernkirchen im Kreis Schaumburg hat es mit zwei Dingen zu weltweiter Bekanntheit geschafft: mit ihrem Obernkirchener Sandstein, aus dem unter anderem der Kölner Dom und das Weiße Haus in Washington erbaut wurden. Und mit den spektakulären Dinosaurier-Fährten aus der Kreidezeit, die vor etwa vier Jahren in jenen Sandsteinbrüchen gefunden wurden.

Die Entdeckung der mehr als 140 Millionen Jahre alten Saurierspuren ist eine wissenschaftliche Weltsensation: Gut 2700 Fußabdrücke verschiedener Dinosaurierarten haben Paläontologen des Landesmuseums Hannover bis heute im Steinbruch von Obernkirchen ausgegraben, darunter die eines Fleischfressertyps, der bisher nur dort entdeckt wurde. „Es sind nicht irgendwelche Fährten, sondern Fährten, die es in dieser Form und Fülle nirgendwo anders auf der ganzen Welt gibt“, sagte am Montag Annette Richter, die Oberkustodin des niedersächsischen Landesmuseums, die die Spuren im Jahr 2007 zufällig entdeckt hat. Vom 14. bis 17. April locken die einzigartigen Saurierspuren etwa 100 Dino-Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Obernkirchen. Beim internationalen Symposium „Dinosaurierfährten in Niedersachsen“ kommen namhafte Wissenschaftler aus Ländern wie den USA, Kanada, China, Argentinien, Jemen und Spanien in der kleinen Stadt 50 Kilometer westlich von Hannover zusammen, um über die Obernkirchener Fährten zu diskutieren.

„Wir sind sehr stolz, die Crème de la Crème der Dino-Forscher bei uns zu versammeln“, sagte Richter, die die wissenschaftliche Leitung der Tagung innehat. Veranstaltet wird das hochkarätige Dino-Forscher-Treffen von der Schaumburger Landschaft und ihrem Geschäftsführer Sigmund Graf Adelmann. Geplant sind Vorträge, Exkursionen und Diskussionen, bei denen Forschungsergebnisse verglichen und neue Erkenntnisse gezogen werden sollen. Auf besonderes Interesse stoßen die weltweit einzigen Fährten eines Sichelklauen-Dinosauriers aus der Familie der Troodontidae, der Vögeln ähnelte und vom Schwanz bis zur Schnabelspitze etwa vier Meter maß. Für die Wissenschaftler ungewöhnlich ist auch die Häufung der unterschiedlichen Spuren auf engstem Raum, weshalb das Grabungsteam einer der Fundstellen den Spitznamen „Hühnerhof“ verlieh.

Ziel des Symposiums ist es, herauszufinden, was die Dinosaurier in Obernkirchen trieben. Die Hypothesen reichen von einem Kampf der riesigen Tiere bis zur Durchwanderung des Geländes auf der Suche nach Nahrung. „Wir hoffen, einige Minuten aus dem Leben der Dinos rekonstruieren zu können“, sagte Richter. Nicht nur Forscher, auch interessierte Laien haben die Möglichkeit, die Fundorte in Obernkirchen unter Führung fachkundiger Scouts zu besichtigen.

Sophie Hilgenstock

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einem Roboter, der selbstständig einen Kühlschrank öffnet, ein Getränk heraus nimmt und dieses serviert, haben Forscher der Universität Bonn bei einem internationalen Roboter-Wettkampf in Magdeburg gewonnen.

04.04.2011
Wissen Größter Kohlenstoffspeicher - Mangroven helfen beim Klimaschutz

Forscher haben 25 Mangrovenwälder im indopazifischen Raum auf ihren Kohlenstoffgehalt untersucht. Das Ergebnis wurde nun im Fachblatt „Nature Geoscience“ veröffentlicht: Mangroven gehören zu den größten Kohlenstoffspeichern.

03.04.2011

Nach dem Wirtschaftskrisenjahr 2009 sind die Deutschen wieder spendabler geworden. 2010 gaben sie deutlich mehr Geld für den guten Zweck aus als im Vorjahr. Das zeigen Analysen des Deutschen Spendenrats und des Deutschen Zentralinstitus für soziale Fragen.

02.04.2011