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Wissen Wenn Affen zu Steinen greifen
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09:22 01.03.2016
Von Heike Manssen
Max-Planck-Forscher berichten in einer neuen Studie erstmals von Schimpansen, die Steine gegen Bäume werfen. Warum tun die Affen das? Quelle: dpa/Archiv
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Leipzig

Verhält sich ein Mensch anders als die Norm, gilt er als individuell, interessant – im Zweifel als Produkt seiner Erziehung. Oder es liegt an den Genen. Zumindest kann es sich die menschliche Spezies schon mal leisten, von der Norm abzuweichen – größeres Erstaunen löst damit keiner aus. Anders ist das bei Affen. Kleinste tierische Verhaltensänderungen geben Forschern Rätsel auf.

So haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig beobachtet, dass Schimpansen in einigen Gegenden Afrikas Steine anhäufen, um sie dann mit Schmackes gegen Bäume zu werfen. Die Wissenschaftler waren entsetzt: So etwas macht doch kein normaler Affe! Am meisten irritierte sie, dass der Steinewerfer auf Pflanzen statt auf Artgenossen zielte.

Letzteres ist schließlich ein wohlbekanntes menschliches Gruppenverhalten – ausgelöst durch ein tiefes Gefühl der Wut. Tatsächlich gab es auch in der Tierwelt schon ein ähnlich ungebührliches Betragen: Kürzlich hat man in einem schwedischen Zoo einen Schimpansen dabei beobachtet, wie er in seinem Gehege Steine hortete, um damit Besucher zu bewerfen.

Ähnlichkeiten zu rituellen Stätten

Die Wissenschaftler zumindest erhoffen sich aus der Forschung über unsere nächsten lebenden Verwandten Erkenntnisse darüber, wie sich beim Menschen Verhaltensunterschiede herausgebildet haben. Warum die Affen zu den Steinen greifen, sei noch unklar, heißt es. Denkbar sei, dass es eine Abwandlung des von allen Schimpansen-Populationen bekannten Trommelns mit Händen und Füßen gegen Baumwurzeln sei, sagt Wissenschaftler Hjalmar Kühl. Das diene der Kommunikation und sei zudem ein typisches Verhalten erwachsener männlicher Schimpansen – sie wollten damit zeigen, wer sie sind.

Klingt logisch: Möglichst laut auf den Busch klopfen, das lässt sich auch beim männlichen Homo sapiens häufig beobachten. Für das Steinesammeln der Tiere, das unter anderem in Liberia und Guinea beobachtet wurde, gibt es aber auch noch eine weitere Erklärung: Auffällig sei die Ähnlichkeit der Steinhaufen zu von Menschen geschaffenen rituellen Stätten, heißt es. „Man könnte hier nach Parallelen fragen“, sagt Kühl. Dabei täten die Tiere gut daran, nicht alles Menschliche nachzuäffen.

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