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Wissen Westfalener "Freak-Maus" macht Nagergift nichts aus
Nachrichten Wissen Westfalener "Freak-Maus" macht Nagergift nichts aus
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18:00 21.07.2011
Eine Art der Westlichen Hausmaus ist resistent gegen das Gift "Warfarin" geworden. Quelle: dpa
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Houston/Berlin

Die unglaubliche Entdeckung geschah im Keller einer Bäckerei in Westfalen. Dort hatte ein Schädlingsbekämpfer vergeblich versucht, Mäuse mit dem Gift Warfarin zu bekämpfen. Das Mittel wird eigentlich als Blutverdünner eingesetzt, seit den 1950er Jahren aber auch als Gift gegen Ratten und Mäuse.

Als die Forscher um Michael Kohn von der Rice University in Houston die Mäuse im Labor untersuchten, staunten sie: Durch eine Veränderung des Gens «vkorc1» waren die Tiere immun gegen Warfarin. Und: Ihre Gensequenz war identisch mit derjenigen der Algerischen Maus (Mus spretus) - die in Deutschland aber gar nicht vorkommt.

Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, das zwei Prozesse zu der Resistenz der Mäuse geführt haben: Zunächst haben sich offenbar die Gene der Algerischen Maus durch eine Mutation im Erbgut verändert. Die Tiere haben sich durch ihr Leben in der Wüste wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum hinweg an eine Vitamin-K-arme Ernährung angepasst. Das machte sie - zufällig - auch resistent gegen den Wirkstoff Warfarin. Vitamin K ist bedeutend für die Blutgerinnung.

Die beiden Mäusearten müssen sich anschließend in Regionen, in denen sie beide vorkommen - beispielsweise in Nordafrika oder Spanien - gekreuzt haben. Dabei wurde die Resistenz gegen Warfarin offenbar an die Westliche Hausmaus weitergegeben. «Wir haben die Evolution auf frischer Tat ertappt», berichtet Michael Kohn. Mit dem Transport von Getreide oder anderen Lebensmitteln sei der neue Mäusestamm dann wahrscheinlich nach Westfalen gekommen.

Modellrechnungen zeigen, dass der Einbau des Gens erst vor etwa zehn bis 20 Jahren stattfand - also nach der Einführung der Schädlingsmittel. Die Studie wurde in der Online-Ausgabe des Journals «Current Biology» veröffentlicht. Daran beteiligt waren auch Mitarbeiter der Bayer AG, die die Studie finanziell gefördert hat.

dpa

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