Volltextsuche über das Angebot:

19°/ 9° Regenschauer

Navigation:
Wissenschaft berät über Kometen-Landeplatz

„Rosetta“-Mission Wissenschaft berät über Kometen-Landeplatz

Im November soll erstmals eine Raumsonde auf einem Kometen landen. Noch wird ein geeigneter Platz gesucht. Die Kriterien dafür erinnern an eine Wohnungssuche: Nicht zu hell, nicht zu dunkel – und mit Aussicht auf Leben, bitte.

Voriger Artikel
Astronaut Gerst beantwortet Fragen auf Facebook
Nächster Artikel
Galileo-Satelliten sind falsch abgebogen

Eine Animation zeigt die Landung der Esa-Raumsonde „Rosetta“ auf dem Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“.

Quelle: ESA/ATG medialab/dpa

Toulouse. Wissenschaftler und Raumfahrtingenieure wollen am Wochenende darüber beraten, wo das Landegerät der Esa-Raumsonde „Rosetta“ auf dem Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ landen soll. Es werde eine Vorauswahl von bis zu fünf Orten gesucht, an dem unter anderem organisches Material gefunden werden könne, sagte Hermann Böhnhardt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen der Nachrichtenagentur dpa. 

Der 59-jährige Forscher ist als Leitender Wissenschaftler der Landemission an den Beratungen in Toulouse beteiligt. „Zudem sollte am Landeplatz die Sonne auf und unter gehen, das ist nicht überall der Fall. Wir wollen messen, wie sich die Oberfläche des Kometen bei Tag und Nacht verhält“, erläutert er.

Die Landung Mitte November soll die erste auf einem Kometen in der Geschichte der Raumfahrt werden. Mit der Sonde, die bereits seit 2004 im All unterwegs ist, will die europäische Weltraumorganisation Esa einen der ursprünglichsten Himmelskörper erkunden – Kometen sind Überbleibsel von den Anfängen des Sonnensystems. Hinweise auf die Entstehung des Lebens erhoffen sich die Forscher in Form bestimmter Proteinbausteine.

Die zur Planung der Landung benötigten Bilder von der Oberfläche des Kometen lieferte das in Göttingen entwickelte Kamerasystem „Osiris“: Aus seinen Bildern wurden Modelle errechnet, auf denen auch größere Felsbrocken erkennbar sind. „Andere Instrumente zeigen uns, wo bestimmte Gase und Staub aus dem Kometen austreten. Wir wollen an einer Stelle landen, wo wir solche Kometenaktivität messen können“, sagt Böhnhardt. Am 12. Oktober soll der Landeplatz feststehen.

Doch bevor sich das Landegerät „Philae“ an die Arbeit macht, muss es erst einmal sicher auf „Tschuri“ landen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schrieb in einer Mitteilung, dass die Landung in einem Radius von 500 Metern um den Zielort erfolgen könne. „Exakter können wir den Landeplatz nicht kalkulieren“, erklärt DLR-Wissenschaftler Stephan Ulamec. „Philae“ müsse nämlich selbstständig auf der Kometenoberfläche landen. Eine Steuerung von der Erde aus sei wegen der großen Entfernung nicht möglich: Das Funksignal wäre 30 Minuten unterwegs.

Von Valentin Frimmer, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Landung auf Kometen
Das Foto zeigt die simulierte Landung von "Philae" auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko.

Die Landung auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko
 gilt als größtes technisches Weltraum­abenteuer seit der Mondlandung. Forscher aus Göttingen sind
maßgeblich daran beteiligt.

mehr
Mehr aus Wissen
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

  • Verbraucher
    Rund ums Geld

    Jeden Montag präsentieren wir Verbraucher- und Finanztipps und die Testsieger der Stiftung Warentest. mehr

  • Bauen & Wohnen

    Jeden Samstag neu: Tipps und Trends zu Haus und Garten, Bauen, Renovieren, Architektur und Wohnen. mehr

  • Auto & Verkehr

    Lesen Sie jeden Samstag Fahrberichte und Tipps für Autofahrer. Täglich aktuell: die Verkehrslage in und um Hannover. mehr

Anzeige