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08:32 14.06.2016
Mehr Drogentote in Deutschland: Haupttodesursache ist erneut eine Überdosis Heroin gewesen, meist in Verbindung mit anderen Substanzen. Quelle: Boris Roessler/dpa
Berlin

Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Bericht hervor, der von der Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Zahl der Drogentote war im Jahr 2015 fast ein Fünftel beziehungsweise knapp 19 Prozent höher als noch im Jahr zuvor. Im Jahr 2014 wurden 1032 Drogentote registriert, 2013 waren es 1002 und 2012 erst 944. Seitdem stieg die Zahl der Drogentoten kontinuierlich an.

Mehr Todesfälle durch Legal Highs

Haupttodesursache war im vergangenen Jahr erneut eine Überdosis Heroin, meist in Verbindung mit anderen Substanzen. Aber auch die Gefahren durch neue synthetische Drogen wachsen – die Zahl der Todesfälle durch sogenannte Legal Highs stieg 2015 demnach von 25 auf 39. Die im Internet als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen oder Badesalze angebotenen Substanzen bergen hohe Risiken für die Konsumenten, weil ihre Zusammensetzung oft nicht bekannt ist.

Angesichts der rasanten Ausbreitung werde das Bundeskabinett kommende Woche seinen Gesetzentwurf zu neuen psychoaktiven Stoffen beschließen, erklärte Mortler. Dieser sieht vor, Handel, Einfuhr, Verbreitung und Herstellung solcher Substanzen zu verbieten und unter Strafe zu stellen. "Damit werden vermeintlich harmlose, in der Realität aber brandgefährliche Substanzen endlich verboten", erklärte Mortler.

15 Prozent mehr Erstkonsumenten von Heroin

Neben der Zahl der Drogentoten stieg auch die Zahl der erstmals auffälligen Konsumenten harter Drogen um vier Prozent auf insgesamt 20.890. Nach jahrelangem Rückgang registrierte die Polizei im vergangenen Jahr unter anderem wieder 15 Prozent mehr Erstkonsumenten von Heroin und sieben Prozent mehr bei Kokain. Auch Crack, LSD, Ecstasy und Amphetamine sind auf dem Vormarsch.

Zum ersten Mal gesunken ist hingegen die Zahl der erstmals polizeilich erfassten Konsumenten von Crystal Meth mit einem Minus von 19 Prozent. Die Behörden stellten 2015 auch eine geringere Menge der schnell abhängig machenden Droge sicher. Auf der anderen Seite gab es aber 26 Prozent mehr Todesfälle durch das vor allem in Ostdeutschland verbreitete Crystal Meth.

Insgesamt registrierte die Polizei im Jahr 2015 bundesweit rund 282.600 Straftaten in Verbindung mit Rauschgift – ein Anstieg um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Tatverdächtigen erreichte mit 231.730 den höchsten Wert seit zehn Jahren. Fast 90 Prozent davon waren Männer.

Neue Onlinemarktplätze

Die Anonymität verlockt dem BKA zufolge immer mehr Rauschgifthändler dazu, das Internet und vor allem das sogenannte Darknet, einen verborgenen und verschlüsselten Bereich, als Handelsplatz zu nutzen.  "Rauschgifthändler weiten ihre Vertriebswege aus und nutzen neben ihren herkömmlichen Strukturen die vermeintlichen Anonymisierungsmöglichkeiten im Darknet aus", erklärte BKA-Präsident Münch.

Nach Ermittlungen in Sachsen und Nordrhein Westfalen gegen Internethändler seien 2015 große Mengen Drogen beschlagnahmt worden. Anfang dieses Jahres habe das BKA in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern mehrere kriminelle Onlinemarktplätze, auf denen auch Rauschgift gehandelt wurde, vom Netz genommen. In kürzester Zeit hätten sich aber "neue kriminelle Onlinemarktplätze" gebildet, erklärte Münch.

afp

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