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Zahl der HIV-Infektionen in Europa so hoch wie nie

Bericht der Weltgesundheitsorganisation Zahl der HIV-Infektionen in Europa so hoch wie nie

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Im Vorfeld stellte die Weltgesundheitsorganisation WHO aktuelle Zahlen zu HIV-Infektionen in Europa vor. Das Ergebnis ist erschreckend: Das Jahr 2014 stellt ein Rekordhoch.

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Trauriger Rekord: Noch nie haben sich in Europa so viele Menschen mit HIV infiziert wie im vergangenem Jahr.

Quelle: Arne Dedert/dpa (Symbol)

Kopenhagen. In Europa und Zentralasien sind noch nie so viele HIV-Neuinfektionen registriert worden wie im vergangenen Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gaben am Donnerstag die Zahl der HIV-Diagnosen für 2014 mit 142.000 an – ein Rekord seit dem Auftreten der Aidserkrankung in den achtziger Jahren.

Zu wenig Vorbeugung und Therapie

Vor allem in Osteuropa schossen die Zahlen in die Höhe. "Die Epidemie ist nicht unter Kontrolle", warnte Irina Eramova vom Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region. Sie umfasst 53 Länder, darunter auch Russland und Kasachstan. Zu wenig Vorbeugung und Therapie – in Osteuropa auch aufgrund mangelnder Ressourcen – sind laut Experten die Hauptgründe für den Anstieg.

Noch ein Problem, das auch Westeuropa verbreitet ist: "Etwa die Hälfte der Infektionen werden nicht erkannt, wenn die Menschen sich angesteckt haben, sondern manchmal erst Jahre später", sagte Eramova. Weil es dauert, bis sich die Symptome zeigen, können HIV-Infizierte oft lange normal leben. Dadurch kann sich die Epidemie weiter ausbreiten.

Knapp ein Drittel der Neuinfektionen betreffe Einwanderer, teilte die WHO mit. Allerdings wiesen WHO und ECDC zugleich darauf hin, dass die Zahl der HIV-Infizierten unter Flüchtlingen und Migranten in den vergangenen zehn Jahren in Europa um 41 Prozent zurückgegangen sei.

Migranten Prävention zugänglich machen

Mit Blick auf Migranten und Flüchtlinge warnte die WHO vor "sozialer Ausgrenzung". "Wenn Flüchtlinge und Migranten in ihren Aufnahmeländern Opfer sozialer Ausgrenzung werden, wächst das Risiko, dass sie sich mit HIV anstecken", erklärte die WHO-Direktorin für Europa, Zsuzsanna Jakab. Die Organisation fordere daher alle europäischen Länder auf, Flüchtlingen und Migranten ungeachtet ihrer rechtlichen Stellung Zugang zu Prävention und HIV-Behandlungen zu ermöglichen.

In Osteuropa stecken sich vor allem Heterosexuelle mit dem HI-Virus an. Verseuchte Spritzen bei Drogenabhängigen sind weiterhin eine bedeutende Infektionsquelle. Dagegen seien im EU-Raum samt Island, Liechtenstein und Norwegen homosexuelle Männer besonders betroffen. 

Nach Angaben der Deutschen Aids-Hilfe liegt die Zahl der Neu-Infektionen hierzulande stabil bei rund 3200 pro Jahr. In Deutschland leben zurzeit rund 80.000 Menschen mit HIV. Weltweit sind Schätzungen der WHO zufolge rund 35 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, das ohne Behandlung zu einer Aids-Erkrankung führt.

afp/dpa

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