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Zentralrat warnt vor "Mein Kampf"-Verbreitung

Urheberrecht läuft aus Zentralrat warnt vor "Mein Kampf"-Verbreitung

Noch hält das Land Bayern die Urheberrechte an Adolf Hitlers "Mein Kampf". Doch nicht mehr lange: In wenigen Wochen läuft der Schutz aus, dann sind auch unkommentierte Veröffentlichtungen des Buches möglich. Der Zentralrat der Juden fürchtet nun die rasche Verbreitung der Propagandaschrift.

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Hetzschrift: Adolf Hitlers "Mein Kampf" wurde in Deutschland seit 1945 nicht mehr gedruckt.

Quelle: Daniel Karmann/dpa

München/Düsseldorf. Wenige Wochen vor dem Auslaufen der Urheberrechte an Hitlers "Mein Kampf" hat der Zentralrat der Juden in Deutschland vor einer Verbreitung der Hetzschrift durch mögliche unkommentierte Neuauflagen gewarnt. "Die Strafverfolgungsbehörden sollten mit aller Konsequenz gegen die Verbreitung und den Verkauf des Buches vorgehen", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München will im kommenden Jahr Originaltexte von Adolf Hitler mit Tausenden wissenschaftlichen Kommentaren sowie Einleitung und Register versehen und als zweibändige Ausgabe herausbringen. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn eine wissenschaftlich-kommentierte Ausgabe für Forschung und Lehre zur Verfügung stehe, sagte Schuster dem Blatt weiter. Kenntnisse von "Mein Kampf" seien nach wie vor wichtig, um den Nationalsozialismus und die Shoa zu erklären.

Der erste Band erschien 1925, seit 1945 ist das Buch in Deutschland nicht mehr veröffentlicht worden. Denn der Freistaat Bayern ist Inhaber der Urheberrechte und verhinderte deutschsprachige Neuausgaben. Die Urheberrechte laufen aber Ende 2015, 70 Jahre nach dem Tod des Diktators, aus. Das Münchner IfZ arbeitet seit Jahren an der kommentieren Ausgabe.

dpa

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Rafael Seligmann über die Neuauflage von "Mein Kampf"
ARCHIV - Eine historische Ausgabe von Hitlers «Mein Kampf», aufgenommen am 18.06.2012 im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg (Mittelfranken). Foto: Daniel Karmann/dpa (zu dpa "Das Versprechen von Nürnberg - Vor 70 Jahren begannen die NS-Prozesse" vom 19.11.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bislang war der Neudruck von "Mein Kampf" in Deutschland blockiert, doch ab 1. Januar wird die Publikation möglich. Die Neuauflage findet nun Unterstützung von ungewöhnlicher Stelle: Rafael Seligmann, dessen Eltern einst vor den Nazis geflohen sind, wünscht der Neuauflage große Verbreitung. Ein Interview mit HAZ-Redakteur Daniel Alexander Schacht. 

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