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Zivilcourage: In Gefahrensituationen richtig handeln!

Sicherheit im Alltag Zivilcourage: In Gefahrensituationen richtig handeln!

Zivilcourage ist heutzutage in aller Munde, aber wann ist eigentlich der richtige Moment, um einzugreifen? Wann fängt Zivilcourage an, wie können Zuschauende helfen und wie genau sieht Zivilcourage überhaupt aus?

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Quelle: @ ArturVerkhovetskiy - depositphotos.com

Wann ist Zivilcourage wichtig?

Geht es um Zivilcourage, dann denken die meisten vor allem an bedrohliche und gefährliche Situationen. Sei es eine Schlägerei oder eine Belästigung, hier gilt es einzugreifen. Zivilcourage kann und sollte allerdings auch in anderen Situationen gezeigt werden, zum Beispiel dann, wenn ein Lehrer einen einzelnen Schüler benachteiligt oder eine Person von einer Gruppe bedrängt oder verbal angegriffen wird. Für diese und viele weitere Fälle gibt es entsprechende Verhaltensweisen, die sich anbieten. Dabei ganz wichtig: Auch wenn die Situation vielleicht sofortige Hilfe erfordert, sollte sich der Helfende dabei niemals selbst in akute Gefahr begeben. Funktionieren kann Zivilcourage zum Beispiel so:

  • Beobachten und Hinsehen

Viele Missstände werden heutzutage gar nicht mehr richtig wahrgenommen, denn als Passant schauen wir nur allzu gerne weg und vernachlässigen das genaue Hinsehen. Manch eine Problematik direkt vor unseren Augen erkennen wir so gar nicht mehr. Zum genauen Beobachten und aufmerksam sein gehört aber auch das Hinhören. Grundsätzlich ist es sinnvoll, mit möglichst allen Sinnen eine Situation zu erfassen, sie einzuschätzen und darauf zu reagieren. Das kann beispielsweise auch schon bedeuten, dass sich alle wichtigen Details eingeprägt werden, um diese später bei der Polizei angeben zu können – etwa für eine Personenbeschreibung oder zur Rekonstruktion des genauen Tatablaufs.

 

  • Hilfe holen

Hilfe bedeutet nicht immer, selbst aktiv einzugreifen. Oft ist es sogar deutlich sinnvoller und effektiver, Hilfe bei anderen Menschen zu suchen, die mit der Situation vertraut sind oder Verantwortung an dem jeweiligen Ort tragen. Das kann zum Beispiel der Fahrer in der Straßenbahn oder der Anruf beim Rettungsdienst bei einem Unfall sein. Auch hier ist es wichtig, den Verantwortlichen die wichtigsten Informationen direkt an die Hand zu geben.

 

  • Abstand halten

Wer Zivilcourage zeigt, kann sich mitunter auch selbst in Gefahr bringen – hauptsächlich deshalb, weil er oder sie zu wenig Abstand gehalten hat. Bei einer körperlichen Auseinandersetzung ist es beispielsweise relativ wahrscheinlich, dass sich die Aggressionen des Täters plötzlich gegen den vermeintlichen Schlichter richten. Körperlicher Einsatz sollte, sei es nun in Form von Festhalten, Wegziehen oder sogar Zuschlagen, immer das allerletzte Mittel sein.

 

  • Verbündete und Mitstreiter suchen

Nicht immer gibt es einen direkten Verantwortlichen, der helfen kann. Umso wichtiger ist es, dass sich ein einzelner Couragierter mit Gleichgesinnten zusammentut und nicht ganz allein dasteht. Je mehr diese Mitstreiter zur Entschärfung einer Situation zu betragen, desto größer ist die Chance, dass der Täter sich beruhigt oder zumindest von seinem Opfer ablässt. Die Situation lässt sich durch das Eingreifen Vieler einfacher beeinflussen, darüber hinaus sorgt die optische Übermacht auch für eine gewisse Sicherheit bei den Helfenden und dem Opfer.

 

  • Dem Opfer helfen

Bei einer kritischen und gefährlichen Situation geht es nicht nur um den Täter, sondern auch und vor allem um das Opfer. Geht es um die Entscheidung zwischen Opfer und Täter, so hat das Opfer stets Vorrang – das kann auch bedeuten, dass der Täter bei der Flucht entkommt, damit das Opfer nicht allein gelassen wird. Hier gilt es sich einen zügigen Überblick zu verschaffen, ob Hilfe benötigt wird (z.B. bei Verletzungen oder einem Schockzustand). Weitere Mitstreiter sind auch in dieser Situation eine wertvolle Unterstützung, da sich die Aufgaben so direkt geteilt werden können.

 

  • Als Zeuge zur Verfügung stehen

Ein couragierter Helfer ist gleichzeitig auch ein wichtiger Zeuge im fortlaufenden Prozess. Das bedeutet, dass im Nachhinein freiwillig eine Aussage gemacht wird, um Polizei und Justiz zu unterstützen. Nur so lernt auch der Täter, dass sein Handeln Konsequenzen hat und er zur Verantwortung gezogen wird. Dabei ganz wichtig: die eigene Aussage sollte am besten in einem persönlichen „Gedächtnisprotokoll“ schriftlich festgehalten werden. So lässt sich auch später noch sicherstellen, dass die Aussage sich nicht widerspricht oder Details im Nachhinein vergessen werden.

 

Zivilcourage im Alltag - wichtig und richtig

Zivilcourage ist ein kleiner, oft schwerer Schritt, um die eigene Meinung, seine Werte und Standpunkte zu vertreten. Sei es um anderen zu helfen, für die gerechte Sache einzutreten oder für das eigene Gewissen: Das mutige Vortreten ist wichtig und richtig, sollte aber auch mit Bedacht und Vorsicht durchgeführt werden.

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