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Wie Wissenschaftler unsere Zukunft sehen

Zukunftskongress in Wolfsburg Wie Wissenschaftler unsere Zukunft sehen

In Kapseln reisen die Menschen in wenigen Minuten Hunderte Kilometer weit. Wer tatsächlich noch tanken muss, nutzt dafür das All. Und mit Hilfe einer Gentherapie bleiben alle ewig jung. Klingt unrealistisch? Das meinen längst nicht alle.

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Die Amerikanerin Elizabeth Parrish referiert während eines Zukunftskongresses in Wolfsburg über ihren Selbsttest: eine Gentherapie gegen das Altern.

Quelle: Matthias Arnold/dpa

Wolfsburg . Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Wie werden wir arbeiten? Wie leben? Beim Zukunftskongress in Wolfsburg haben sich am Dienstag einige Hundert Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter getroffen, um zwei Tage lang über solche Fragen zu beraten – und ihre teils ungewöhnlichen Ansätze und Ideen zu diskutieren.

Nicht mehr älter werden

Jung bleiben oder zumindest so aussehen wollen viele, sich auf dem Weg dahin als Versuchspersonen zur Verfügung stellen nur wenige – zudem gibt es dafür nur schwerlich behördliche Genehmigungen. Die Amerikanerin Elizabeth Parrish will darum eine von ihrem Unternehmen entwickelte Gentherapie zuerst an sich selbst getestet haben. Ihr Ziel: das biologische Altern aufhalten. Über speziell präparierte Viren als Genfähren sollen Muskeln verjüngt und ein wichtiges Alterungsenzym, die Telomerase, beeinflusst werden. "Unsere Zeit ist knapp", fasst die Forscherin ihre Motivation zusammen. Sie selbst sei gesund – auch oder gerade wegen der Therapie. Ob und wie diese bei ihr tatsächlich wirkt, ist unklar. Versuche an Mäusen seien vielversprechend verlaufen, betont die Forscherin.

Fortbewegen mit Kapseln

Dirk Ahlborn, Gründer von Hyperloop Technologies, will die Fortbewegung der Menschen neu aufstellen: Sie sollen künftig in Kapseln durch Röhren jagen - statt etwa mit dem Zug zu fahren. Seine Vision beruht auf einer Idee von Tesla-Boss Elon Musk. Das Hyperloop-System soll mit einem Vakuum in Röhren arbeiten, die auf Säulen stehen. Der Widerstand im Inneren werde durch das fast völlige Fehlen der Luft extrem reduziert, die fensterlosen Kapseln könnten mehr als 1000 Kilometer pro Stunde schnell werden, und das bei geringem Energieverbrauch, wie Ahlborn in Wolfsburg warb.

Der Deutsche, der in den USA lebt, träumt davon, dass das Hyperloop-System mehr verändert als nur unseren Weg von A nach B. Wenn es solche Transportsysteme gebe, könne jeder frei entscheiden, ob er in der Nähe seiner Arbeit lebt oder nicht. "Du kannst dann in Berlin oder München leben und in der anderen Stadt arbeiten." Ahlborn versprach, dass sein Projekt die wenige Energie, die nötig sei, aus regenerativen Quellen beziehen werde. 2019 solle eine erste Strecke von etwa acht Kilometern in Quay Valley in Kalifornien fertig werden. Es gebe aber auch Projekt-Ideen für Europa, für die Slowakei. Bratislava könne mit Wien oder Budapest verbunden werden.

Rohstoffe aus dem All

Wenn die Ressourcen auf der Erde knapp werden, muss man sich eben woanders umsehen. Diesen Ansatz vertritt das Unternehmen Deep Space Industries. Rohstoffe für die Erde will Mitbegründer David Gump künftig auf Asteroiden gewinnen, Materialien sowie Treibstoff für die Raumfahrt direkt im All bereitstellen. In Asteroiden könnten riesige Werte schlummern – weil die Brocken eine hohe Konzentration von Edelmetallen wie zum Beispiel Platin aufweisen können.

Außerdem soll dort Wasser gewonnen und in Wasserstoff und Sauerstoff für Raketentreibstoff gespalten werden, so die Vision. Damit sollen Missionen im All unterstützt werden. "Alle diese Forschungen im Weltall brauchen Wasser und andere Ressourcen", erklärt Gump. Bis zu Tankstellen im All dürfte es zwar noch ein sehr weiter Weg sein. Aber: Luxemburg zum Beispiel hat erst vor wenigen Tagen angekündigt, in den Abbau von Rohstoffen im All einsteigen zu wollen.

dpa/RND

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