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Mehr als 200 menschliche Gene verzichtbar

1000-Genom-Projekt Mehr als 200 menschliche Gene verzichtbar

Das wissenschaftliche Mammutvorhaben "1000-Genom-Projekt" ist offiziell beendet. Eines der überraschenden Ergebnisse: Es gibt offenkundig mehr als 200 Gene im menschlichen Erbgut, die kaum ein Mensch braucht.

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Kunstfigur mit Gencode in einer Ausstellung des Smithsonian Museum in Washington D.C.

Quelle: epa/Michael Reynolds

Heidelberg. Ein internationales Forscherteam spürt im Rahmen des "1000-Genom-Projekts" seit Jahren dem Gencode des Menschen nach. Mehr als 2500 Personen von vier Kontinenten wurden quasi genetisch seziert. "Wir waren überrascht, über 200 Gene zu entdecken, die in einigen Menschen überhaupt nicht vorhanden sind", sagte Jan Korbel vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg, einer der Studienleiter.

Die Daten zeigen darüber hinaus, dass es noch bislang unbekannte Mutationswege geben muss und welche Regionen des Erbguts möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten spielen. Das Team aus mehreren Hundert Forschern stellt die Ergebnisse des sogenannten 1000-Genome-Projekts nun in zwei Studien im Fachblatt "Nature" vor.

Das Vorhaben war 2008 mit dem Ziel gestartet, rund 2500 menschliche Genome zu sequenzieren – also die Abfolge der Genbausteine zu ermitteln – und so einen Katalog menschlicher genetischer Variationen zu erstellen. Die Sequenzdaten sind im Internet abrufbar. "Die Datenbank ist enorm wichtig für die wissenschaftliche Community. Wie überlassen die Daten jetzt der Wissenschaft, etwa den Forschern, die nach den genetischen Grundlagen von Krankheiten suchen", sagte Korbel. Mediziner sprechen dem Katalog unschätzbaren Wert zu.

Gencode von Afrikanern mir höchster Varianz

Die Forscher, unter anderem vom EMBL in Heidelberg und vom Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin, sammelten und analysierten Genome aus 26 Populationen – etwa von den Yoruba aus Nigeria, Han-Chinesen, Tamilen aus Sri Lanka, Peruanern und europäischen Subpopulationen in Großbritannien, Italien sowie Finnland. Die größte genetische Variabilität fanden die Forscher bei Menschen afrikanischen Ursprungs. Da sich der moderne Mensch von Afrika ausgehend um die Welt ausgebreitet hat, sei dies zu erwarten gewesen.

Das menschliche Genom besteht aus drei Milliarden Bausteinen, die unter anderem einzelne Gene bilden. Aber kein Erbgut gleicht dem anderen.

dpa

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