Malte und Jonas wollen raus. Raus aus der Schule, raus aus dem Hotel Mama, raus aus Deutschland. Alles hinter sich lassen und ein halbes Jahr in der australischen Sonne sich selbst und eine berufliche Perspektive finden – das ist der Plan. Zu zweit machen sich die Abiturienten aus Hannover auf ins Land der Koalas und Krokodile. Regelmäßig berichten sie nun für ZiSH von unterwegs, ausgerüstet mit Netbook, Digitalkamera und Neugier auf die Menschen, die ihnen zwischen Youth Hostels und Bananenplantagen über den Weg laufen.
Jeden verdammten Morgen, wenn der Wecker um 5.50 Uhr klingelt, verfluche ich die Bananenfarm. Nach einem schnellen Frühstück geht auch schon die Arbeit los. Mit dem Traktor fahren wir raus und beginnen, nach reifen Bananenstauden zu suchen.
Zurück an der Ostküste geht es von Cairns aus ins Landesinnere. Unsere Freunde Dome und Maxi nehmen uns mit nach Lakeland, wo wir unsere nächsten Wochen auf einer Bananenfarm verbringen wollen, um Geld für die weitere Reise zu verdienen.
Wenn in einem zehn Quadratmeter großen Zimmer acht Betten stehen, sind das gute Bedingungen, um mit anderen in Kontakt zu kommen. Wie in australischen Hostels zum Beispiel.
Warum wir nach Perth geflogen sind, wissen Malte und ich selbst nicht so genau. Eigentlich müssen wir bald nach Cairns, also in den Nordosten Australiens, um dort auf einer Bananenfarm zu arbeiten. Zwei Freunde, die dort schon eine Weile Bananen schleppen, haben uns die Farm in Queensland vermittelt.
Zum ersten Mal raus aus der Stadt, rein in die Natur: Die Great Ocean Road, Koalas, Kängurus und der Regenwald erweiterten meinen Horizont um einiges mehr als die Großstadt Melbourne. Die Tour endete in Adelaide, und unser Flieger nach Perth an der Westküste Australiens sollte bereits sechs Stunde später gehen.
Natürlich wollten wir wegen des ganzen Freiheitszeugs nach Australien, aber doch auch, um mal auf eine ganz eigene Safari gehen zu können. Malte ist ein bekennender Reptilien-Doku-Fan, und auch ich sehe mir gerne Tierfilme an.
Ich schaue aus dem Autofenster, gucke in den Himmel und höre dabei Sommermusik. Sie kommt von einer CD, die uns zwei Freunde beim Abschied in Hannover mit den Worten geschenkt hatten: „Damit ihr mal in schönen Erinnerungen schwelgen könnt.“
Wir sind „on the road“, wenn auch mit einigen Startschwierigkeiten. Eigentlich wollten wir selbst ein Auto mieten. Weil Maltes Kreditkarte aber von einem Geldautomaten verschluckt wurde und ich noch keine 21 bin, hat das nicht geklappt. Stattdessen mieteten unsere Hostelbekanntschaften Jannes und Sabine einen Wagen. Und wir konnten endlich losfahren.
Die letzten Tage in Melbourne verbringen wir mit einem Pärchen aus Bielefeld sowie unseren Zimmerkollegen. Nach einer Feierei in einem Club entschließen wir uns spontan (und nicht ganz nüchtern), doch noch die Einladung einer Gruppe philippinischer Urlauber anzunehmen, die wir tagsüber in der Straßenbahn kennengerlernt haben.
Nach einer knappen Woche in Melbourne verlassen Jonas und ich unsere erste Unterkunft, um in einer billigeren Absteige unterzukommen. Es heißt “Hotel Discovery”. Es ist laut und schmutzig. Ein "richtiges" Hostel eben.
Die ersten Tage sind geprägt von dem Versuch, irgendwie schnell reinzukommen, dieses fremde, unbekannte Gefühl zu deuten und schnellstmöglich "anzukommen".
Das Abitur erledigt, Zivildienst erledigt und ich selber bin auch irgendwie erledigt. Seit ich denken kann, war das Abitur die erste größere Hürde im Leben. Dass der Wehr- oder Zivildienst folgen würde, war auch irgendwie klar.
Wie man mit Menschen umgeht, weiß Malte Gützlaff. Zusammen mit Jonas Thannheiser war er ein halbes Jahr in Australien unterwegs.
Jonas Thannheiser ist gerne unterwegs. Wenn nicht auf Straßen der Stadt, dann in fremden Ländern.