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3000 Kilometer für einen einzigen Stein
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Auf der Straße der Freiheit 3000 Kilometer für einen einzigen Stein

„Ich werde nie wieder auch nur eine Banane in meinem Leben anfassen“, denke ich, als wir nach einem erneuten Monat Farmarbeit endlich wieder in Cairns sind und unsere Sachen in unseren grünen „Juicy Van“ packen. Nachdem wir das Wochenende mit ein paar Engländern von der Farm verbracht haben, soll nun unser Roadtrip starten.

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Endlich am Ziel: Chris (von links), Jonas und Malte vor Ayers Rock.

Quelle: Gützlaff/Thannheiser

Wir haben uns mit Chris und Bekka, dem irischen Pärchen, für zehn Tage einen grün lackierten Camping-Bus der Firma Juicy gemietet, einen „Juicy Van“ eben. Mit ihm soll es endlich zum Ayers Rock und zurück gehen. Der Van enthält so ziemlich alles, was man zum Leben braucht: Küche, Kühlschrank, ein Doppelbett im Van und eines auf dem Dach. Vollgestopft mit Essen und unseren Sachen geht es los.

Bis zum „Uluru“ sind es 3000 Kilometer, und so fahren wir jeden Tag von morgens früh bis spät in die Nacht hinein. Abwechselnd fahren wir „Männer“, und jeden zweiten Tag schafft es auch Bekka, uns eine Stunde ihre Fahrkünste zu präsentieren ( wobei wir nicht von Malte reden wollen, der am zweiten Tag schon sein erstes Wallaby überfährt).

Die Betten werden jede Nacht getauscht, da das ausfahrbare Dachbett doch sehr kalt, nass und eng ist. So gern Malte und ich uns auch mögen, haben wir nicht jede Nacht Kuschelbedarf.

Mit 25 Dollar pro Kopf und Tag ist der „Juicy Van“ ein Schnäppchen, denken wir uns. Da wir uns damit nicht nur bewegen, sondern auch darin schlafen und kochen, brauchen wir kein Hostel. Nicht ganz bedacht haben wir jedoch unseren Spritverbrauch.

Umso mehr wir in die Mitte Australiens kommen, umso teuer wird auch der Sprit. Der Preis klettert bis auf 2,20 Dollar am Ayers Rock, sodass wir bis zum Ende der Reise allein wegen des Benzins noch einmal um 1200 Dollar erleichtert werden. Nachts begegnen uns manchmal zwei Stunden lang keine Autos. Ab und zu taucht hinter uns aber auch ein Road Train auf, drei- bis vierteilige, bis zu 50 Meter lange Trucks, die wir besser passieren lassen und am Straßenrand halten.

Unsere Nächte verbringen wir auf Camper-Plätzen neben der Straße, wo es Toiletten und, wenn man Glück hat, auch eine Dusche und eine kleine Feuerstelle gibt. Dort beobachten wir auch ein australisches Phänomen: Es scheint so, als ob sich jeder zweite Australier im Rentenalter ein Wohnmobil kauft und zusammen mit seiner Frau damit durch Australien tourt. Alle sind sehr hilfsbereit, geben uns Feuerholz, erzählen von sich oder sind interessiert an unseren Geschichten.

Die meisten von ihnen haben ihr ganzes Leben hart gearbeitet und können sich jetzt, wo ihre Kinder aus dem Haus sind, ein Wohnmobil leisten. Und da sie ja zu Hause nichts mehr zu tun haben, gucken sie sich eben Australien an.

Nach vier Tagen sind wir bei Ayers Rock. Der „Uluru“ leuchtet während der Sonnenauf- und untergänge in verschiedenen Farben. Es ist schon beeindruckend, diesen massiven Felsen in der Mitte Australiens zu sehen. Jetzt sind wir also wirklich endlich am Mittelpunkt dieses riesigen Kontinents. Am zweiten Tag gucken wir uns den Kings Canyon an, der ein paar Kilometer vom „Uluru“ entfernt ist – ein ebenfalls beeindruckendes Stück Australien.

Da unser irisches Pärchen sich inzwischen in den Haaren liegt, gestaltet sich der Rückweg zwischendurch ein bisschen anstrengend. Dennoch: Es ist ein tolles Gefühl, endlich mitten im Outback auf den Straßen der Freiheit zu sein.

Jonas

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Jonas Thannheiser ist gerne unterwegs. Wenn nicht auf Straßen der Stadt, dann in fremden Ländern. 

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