Am Freitagnachmittag kommen wir mit 16 Leuten im 300 Kilometer entfernten Cairns an und checken, verteilt auf zwei Zimmer, ein. Aus Kostengründen verzichten darauf, die beiden Klubs „Gilligans“ und „Woolshed“ zu besuchen. Einige Wochen zuvor, an Jonas 21.Geburtstag, haben wir dort zwei Tage hintereinander eh schon viel zu viel gefeiert. Dass ein 21. Geburtstag in Deutschland keine große Sache ist, konnte keiner unserer neuen Freunde glauben. Mit ihnen zusammen haben wie Jonas' Ehrentag deshalb gebührend gefeiert: auf englische, kanadische, nordirische, koreanische und estnische Art. Danach war definitiv Pause angesagt.
An unserem letzten gemeinsamen Wochenende wollen wir etwas Unvergessliches unternehmen: einen Fallschirmsprung. Zwölf von uns wagen sich tatsächlich in die Luft. Auf einer Höhe von 14 000 Fuß, knapp 4300 Metern, werden wir aus dem Flugzeug geschubst. 60 Sekunden dauert der freie Fall, ehe sich der Fallschirm öffnet. Die Stimmung danach ist schwer zu beschreiben. Für die vier, die nicht gesprungen sind, muss unsere Euphorie nervig gewesen sein. Der Sprung war für die nächsten Stunden Gesprächsthema Nummer eins. Trotz meiner Höhenangst kann ich nur sagen: MACHT ES!
Am nächsten Tag geht es für uns alle früh raus, und wir verbringen den Tag auf einem Boot, um am berühmten Great Barrier Reef zu tauchen. Haie gibt es leider nicht zu sehen, aber lohnenswert ist es allemal. Für die meisten von uns ist es der allererste Tauchgang – und somit gehen wir anschließend ziemlich geschafft, etwas von der Sonne verbrannt und müde vom Boot.
Jonas und ich verabschieden uns von unseren neuen Freunden und lassen sie schweren Herzens zurück auf die Farm in Lakeland ziehen. Es ist ziemlich traurig. Aber wir haben für den Sommer schon eine große Reunion geplant. Und damit das nicht nur Geschwätz bliebt, wurden die entsprechenden Flüge kurzerhand schon gebucht.
Malte
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