25°/ 16° sonnig

Navigation:
Idylle mit Krokodilen
Mehr aus Die Fernschreiber

Im Outback Idylle mit Krokodilen

Wir befinden uns mitten im tropischen Outback von North Queensland. Zehn Stunden am Tag gucke ich Bananen und wilde Tiere an, jedoch sind die Bananen nicht das Einzige, was unsere Zeit hier prägt.

Voriger Artikel
Jeder hat sein Päckchen zu tragen
Nächster Artikel
Der Trick ist, zu sprechen!

Wir leben in einem Containerkomplex. Dort reihen sich kleine Zimmer, zwei große Küchen und zwei Fernsehräume mit Billardtisch, Dartscheibe und Tischtennisplatte aneinander.

Bill, der Besitzer des Landes und unserer Unterkunft, ist ein ungefähr 1,70 Meter großer Mann Mitte 70. Jeden Tag fährt er in seinem alten Toyota-Allrad-Geländewagen vor, kommt uns mit seinem Lederstiefeln, seiner zerschlissenen Jeans und seinem Cowboyhut entgegen und fragt, ob er uns irgendetwas aus dem Dorf besorgen soll. Oder ob es wieder Probleme mit dem Internet gab.

Die ersten zwei Wochen habe ich immer nur freundlich gelächelt und genickt, wenn Bill gesprochen hat. Er ist einer dieser Australier, deren genuschelter Slang am Anfang wirklich gar nicht zu verstehen ist. Mittlerweile haben ich mich jedoch daran gewöhnt. Und habe jetzt auch endlich verstanden, dass wir nicht in dem See neben der Farm baden sollen. Dort soll es vor Krokodilen nur so wimmeln.

Am Wochenende fährt Bill uns manchmal runter zum See, drückt uns ein paar Angelruten in die Hand und sagt, wir sollten mal ein paar dicke Fische für das Barbecue am Nachmittag fangen. Mitten im Nichts zu sein hat etwas sehr Beruhigendes. Ich bestaune Sonnenauf- und untergänge, kann meilenweit über das Land schauen und stundenlang in jede Richtung laufen ohne jemandem zu begegnen.

Malte und ich haben jeder unser eigenes kleines Zimmer. Zur Abwechselung verbringen wir hier also nicht 24 Stunden am Stück miteinander, was vielleicht gar nicht so schlecht ist, wenn man ein halbes Jahr zusammen unterwegs ist. Abends jedoch finden sich wieder alle, die auf der Bananenplantage arbeiten, zusammen. Jeder kocht in der Küche, und danach essen wir alle zusammen an einem langem Tisch, während über unseren Köpfen 2000 Insekten schwirren und unter unseren Stühlen 200 Kröten versuchen, diese zu fangen.

Natürlich sind wir hier auch irgendwie isoliert. Zwischendurch will ich einfach nur raus aus diesem kleinem Wohnkomplex. Wenn dann aber Abend ist und wir im Schaukelstuhl sitzen, ein kaltes australisches Bier in der Hand haben und in den wundervollsten Sternenhimmel gucken, den ich je gesehen habe, lernen wir das Outback doch wieder zu schätzten.

Jonas

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Reisender

Jonas Thannheiser ist gerne unterwegs. Wenn nicht auf Straßen der Stadt, dann in fremden Ländern. 

mehr

Meistgelesene Hannover-Artikel

Anzeige

Wie man mit Menschen umgeht, weiß Malte Gützlaff. Zusammen mit Jonas Thannheiser war er ein halbes Jahr in Australien unterwegs. mehr

Jonas Thannheiser ist gerne unterwegs. Wenn nicht auf Straßen der Stadt, dann in fremden Ländern. mehr