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Von bissigen Riesenfledermäusen
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Expeditionen ins Tierreich II Von bissigen Riesenfledermäusen

„Never touch a bat!“ steht fett auf dem Poster im Warteraum des Krankenhauses. Leider hat Dome die Warnung etwas zu spät gelesen. Nachdem die ersten Wochen tiertechnisch etwas dürftig ausfielen, kommen wir Europäer in Lakeland, mitten im Nichts, voll auf unsere Kosten.

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Überraschung aus der Bananenstaude: Malte und seine Schlange.

Quelle: Thannheiser

Unser Halbwissen über die australische Flora und Fauna wächst von Tag zu Tag. Und wenn ich trotz jahrelangen Tier-Doku-Konsums ein Tier einmal nicht bestimmen kann, hilft der Nordire Chris gern. Kängurus, riesige Adler und Papageien sind zwar ganz schön, jedoch schwer zu fangen. Wir Stadtkinder wollen aber jedes Tier anfassen und inspizieren. So halten wir uns eine Woche lang eine Vogelspinne, die dem Taiwaner Smiley über den Fuß gelaufen ist. Der nächste große Fang ist eine Schlange, die Jonas in einer Bananenstaude entdeckte, als er sie gerade auf dem Trailer abladen wollte. Wir sind uns ziemlich sicher, dass es sich um eine ungiftige Schlange handelt - und so greife ich sie, wie ich es beim Crocodile Hunter tausendmal gesehen habe. Auch anderen erlaube ich es, sie zu fotografieren oder auch anzufassen.

Tage später entdecken wir in der Plantage einen „Flying Fox“, eine Art Riesenfledermaus mit einer Flügelspannweite von bis zu eineinhalb Metern. Dome und ich lassen die Arbeit Arbeit sein und versuchen den Burschen zu fangen. Dome hat ihn sicher im Griff. Jetzt müssen nur noch seine Krallen vom Baum gelöst werden … Da beißt das Viech volle Kanone in Domes Daumen, und drei Stunden später sind wir auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Gefahr, sich durch den Biss eine Infektion einzufangen, ist zu hoch. Zu Domes Missmut weiß der Boss auch noch von Todesfällen nach Fledermausbissen zu berichten.

Nun sitzen wir im Warteraum, sehen das Plakat an und haben schlechte Laune. Zu allem Überfluss ist die passende Injektion nicht vorrätig, und somit darf Dome ins 300 Kilometer entfernte Cairns fahren, um sich die Spritzen dort geben zu lassen. Drei bis fünf Sitzungen im nächsten Monat werden folgen. Trotz des hohen Lehrgelds, das wir bezahlt haben, ist eins sicher: Das nächste Tier wird wieder genauso gründlich untersucht wie die vorigen. Wenn auch besser mit Handschuhen.

Malte

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