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„Battlefield“ gegen „Call of Duty“: Der neue alte Shooter-Krieg

Endboss „Battlefield“ gegen „Call of Duty“: Der neue alte Shooter-Krieg

Die großen Kriegsshooter-Reihen "Battlefield" und "Call of Duty" müssen regelmäßig umfassende Kritik einstecken. Fans bemängeln, dass es an neuen Ideen mangelt. Kritiker sehen eine verklärte Perspektive auf den Krieg, in dem Soldaten zu Helden hochstilisiert werden. Nun stehen die neuesten Titel beider Franchises in den Regalen. Was hat sich geändert?

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"Battlefield 1" traut es sich, eine weniger verklärte Sicht auf den Krieg einzunehmen. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis: Krieg wird von Menschen gemacht. Und Krieg bedeutet, dass Menschen sterben.

Quelle: EA

Ein dunkelhäutiger Soldat steht auf einem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs und träumt. Nicht, weil ihn das brutale Morden um ihn herum kalt ließe. Sondern weil es für seinen Verstand zu viel ist. Um ihn herum erschlagen und erstechen sich die Menschen gegenseitig im Schlamm. Er gehört hier nicht hin. Doch als ein Angreifer auf ihn zustürmt, tut er es den anderen gleich – und ersticht ihn.

Die seichte, entspannte Jazz-Musik in der Eröffnungsszene des Egoshooters „Battlefield 1“ steht im harten Kontrast zur gezeigten Brutalität. Dann wird der Bildschirm schwarz, die Musik endet. „Was folgt, sind Frontkämpfe“, steht dort in weißen Lettern geschrieben. „Du wirst vermutlich nicht überleben.“ Dann schlüpft der Spieler in die Rollen fünf junger Soldaten, die an der Front ums Leben kommen – durch Flammenwerfer, Giftgas oder Gewehrfeuer. Die Entwickler der EA-Tochter DICE haben mit dem jüngsten Titel der legendären „Battlefield“-Reihe einen riskanten Weg eingeschlagen. Ihre Message: Krieg ist dreckig, brutal und barbarisch. Krieg bedeutet, dass Menschen grausam sterben. Das ist eine mutige Perspektive, die nur wenige Kriegsshooter zeigen wollen.

Drohnen, Roboter, Jetpacks, Heroisierung von Soldaten und Krieg – "Call of Duty: Infinite Warfare" traut sich auch in diesem Jahr nichts Neues.

Quelle: Activision

Der Großteil des altgedienten Genres setzt mittlerweile auf futuristische Cyberkriege mit Drohnen und Robotern. So auch „Infinite Warfare“ von der Activision-Tochter Infinity Ward. Der 13. Ableger der „Battlefield“-Konkurrenzreihe „Call of Duty“ schaut einmal mehr in die Zukunft. Als hochrangiger Soldat der Erdenarmee ballert sich der Spieler dort durch einen Krieg um die Rohstoffe des Sonnensystems. Drohnen, Roboter, Jetpacks, Heroisierung von Soldaten und Krieg – das alles erinnert stark an die Szenarien ganzer sieben (!) vorheriger Titel der Reihe. Gähn.

Beide Reihen haben ein gemeinsames Problem: Das Kriegsshooter-Genre hat sich überholt. Jetzt sind innovative Ideen und gutes Storytelling gefragt – Kriegsshooter können in der Regel weder das eine noch das andere. Die Folge lässt sich am desaströsen Verkaufsstart von „Infinite Warfare“ ablesen: Im Vergleich zum Vorgänger gab es in der ersten Woche einen Einbruch von knapp 50 Prozent. „Battlefield 1“ hat dagegen den erfolgreichsten Verkaufsstart der EA-Geschichte hingelegt.

Das ist eine wichtige Lektion: Wer in diesem Genre bestehen will, der muss Mut beweisen und aufhören, seine Spieler für dumm zu verkaufen. Ein gutes Spiel ist auch dann noch gut, wenn es die Realität anerkennt: Krieg bedeutet, dass Menschen sterben.

Von Joss Doebler

„Battlefield 1“ und „Call of Duty: Infinite Warfare“ (beide USK 18) gibt’s für PC, Xbox One und PS4.

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