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„Deus Ex“: Zu lässig für Leidenschaft

Endboss „Deus Ex“: Zu lässig für Leidenschaft

In der "Deus Ex"-Reihe spalten technologisch ausgefuchste Körperprothesen die Gesellschaft. Terroristen und Verschwörungen buhlen um die Macht über die Menschheit. Im Ableger "Mankind Divided" versinkt die intelligente Fantasiewelt leider in verkrampfter Coolness und leidenschaftslosem Storytelling.

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Nur echt mit implantierter Sonnenbrille: Adam 
Jensen.

Quelle: Square Enix

Coolness-Regel Nummer eins: Wer ständig betonen muss, dass er cool ist, der ist es einfach nicht. Egal, wie viel Mühe er sich gibt – oder besser gesagt: eben weil er sich so viel Mühe gibt. Adam Jensen, der Protagonist des Action-Rollenspiels „Deus Ex: Mankind Divided“, ist einer dieser verkrampft-lässigen Typen. Ständig sagt er mit tiefer, rauer Stimme Sätze wie „Sie wissen ja: Ich bin Einzelgänger“ – sehr cool. Sein halber Körper wurde durch maschinelle Prothesen und technologische Spielereien aufgebessert – noch cooler. Um das Gesamtbild abzurunden, wurde ihm sogar eine Sonnenbrille in das Gesicht eingepflanzt, deren Gläser er jederzeit einfach vor seine Augen fahren kann – unglaublich cool. Was für ein eiskalter Mann!

Das Blöde daran ist, dass ihn das so unglaublich uninteressant macht. Jensens Charaktertiefe wirkt so flach wie die letzte kleine Pfütze eines Whisky on the rocks: irgendwie kühl, irgendwie rau und männlich – schmeckt aber ziemlich fade. Und ist der Protagonist schon so zweidimensional, will man das dazugehörige Spiel eigentlich gar nicht mehr richtig kennenlernen.

Dabei gibt es hier so viel zu entdecken: Die Entwickler von Eidos Montreal haben über die Jahre in der „Deus Ex“-Reihe eine komplexe Welt kreiert. Es geht um eine gespaltene Gesellschaft, in der Reiche und Militaristen ihre Körper mit sogenannten Augmentierungen, also technologischen Spielereien, aufwerten. Die Armen können sich das nicht leisten. Es gibt gesellschaftliche Spannungen, Revolten und Terrorismus. Im Hintergrund stehen mächtige Verschwörungen.

Dazwischen schleicht Jensen, ganz der harte Mann, als Anti-Terror-Agent umher. Er schießt und hackt und klettert und prügelt, um die Verschwörung hinter einem Anschlag aufzudecken. Doch auch das Spielsystem ist, wie die ganze Welt, einfach zu komplex für das leidenschaftslose Storytelling. Das Potenzial von „Mankind Divided“ wird lässig verschenkt – und das ist mal so gar nicht cool.

Von Joss Doebler

„Deus Ex: Mankind Divided“ (USK 18) gibt’s für PC, Xbox  One und PS4.

Quelle: Square Enix
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