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„Paragon“: Chaotisches Taktieren

Endboss „Paragon“: Chaotisches Taktieren

In seinem Spiel "Paragon" kreuzt der Kultspieleentwickler Epic Games das bewährte Spielprinzip der Multiplayer Online Battle Arena mit einem Shooter. Die Idee dazu ist nicht neu – für MOBA-Fans, die mit Strategie und Weitsicht spielen, aber entschieden zu kurzsichtig.

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Halb Brettspiel, halb Shooter: Sich in „Paragon“ zu orientieren ist nicht einfach.

Quelle: Epic Games

Eines der besten Mittel, um die Geduld einer Familie auf die Probe zu stellen, sind Brettspiele. Auch ich war immer ein Brettspielkind – nur leider nicht in einer Brettspielfamilie. Ob „Hotel“, „Cluedo“ oder „Monopoly“: Meine Eltern und meine Schwester quälten sich stets durch lange diskussionsreiche Abende, um meinem Spieltrieb gerecht zu werden.

MOBAs sind gewissermaßen wie Brettspiele. Das Videospielgenre mit dem wenig sagenden Namen Multiplayer Online Battle Arena setzt fünf Spieler pro Team in die Vogelperspektive und lässt sie Figuren auf einer Karte steuern. Es geht darum, die Basis des Gegnerteams zu zerstören. Besonders trickreich sind dabei Kombinationen verschiedener Züge – wie bei der Rochade im Schach. MOBAs sind heute das bedeutendste Genre in der kompetitiven Gaming-Szene. Für die besten Spieler gibt es Millionenbeträge bei Wettbewerben zu gewinnen, die weltweit gestreamt werden.

In „Paragon“ von Kultentwickler Epic Games wird das bewährte Spielprinzip nun mit einem Shooter gekreuzt. Die Idee dazu ist nicht neu, sondern ein derzeit weit verbreiteter Trend. Der Spieler ist nicht länger ein über dem Geschehen schwebendes Mastermind, sondern steht als Zauberer oder in Gestalt einer anderen Fantasiefigur in einem verwinkelten Dschungelgebiet. Das Spiel ist nun in die offene Beta-Phase gegangen, in der jeder gratis mitspielen darf, um bei der Entwicklung zu helfen.

Eine große Schwäche zeichnet sich dabei schnell ab: MOBAs sind Strategiespiele. Derjenige, der präzise spielt, den Überblick behält, schnell reagiert und klug plant, gewinnt. Schwebt die Kamera nicht länger über der Karte, wird all das ausgehebelt – als würde man das Schachbrett nur noch aus der Perspektive des Springers sehen. Zauber gehen in „Paragon“ daneben, sie lassen sich zudem nur mühsam kombinieren. Auch verliert man schnell den Überblick: Den Blick über das Feld schweifen zu lassen ist unmöglich – und das, was ein MOBA erst zu einem MOBA macht, geht verloren.

Statt Strategie und Weitsicht geht es jetzt vor allem um stumpfes Kämpfen. Das ist kurzsichtig: Für Actionfans mag „Paragon“ reizvoll sein – aber wir Brettspielkinder planen unsere Rochaden eben doch lieber von oben.

Infos zum Game

„Paragon“ (USK 12) befindet sich in der offenen Beta-Phase für PC und Playstation 4. Es kann auf www.epicgames.com/paragon gespielt werden.

Von Joss Doebler

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