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Alter Sound gegen neue Gegner

Neue Platten: ASD Alter Sound gegen neue Gegner

Rapper nehmen gerne mal den Mund zu voll. So nannten ASD sich "das Beste, wenn es um Rap geht". Doch da ist durchaus was dran, findet ZiSH-Autorin Maike Brülls.

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Ließen zwölf Jahre auf ihr neues Album warten: ASD.

Quelle: Handout

Die Erwartungen waren hoch. „Hier kommt ASD, das Beste, wenn es um Rap geht“ hatte sich das Hip-Hop-Duo ASD um Afrob und Samy Deluxe in ihrem Chart-Hit „Sneak Preview“ angepriesen. Das dazugehörige Album „Wer hätte das gedacht“ erschien 2003. Dann passierte zwölf Jahre lang nichts.

Nun – keiner hätte das gedacht – kam das neue Album „Blockbasta“ raus. Und schon die erste Auskopplung „Legendär/Populär“ lässt ahnen: Nichts hat sich verändert. Noch immer wummern eingängig-massive Beats zu geradlinig gerappten Punchlines und klaren Wortspielen: „Kein 'LOL', kein 'MFG', höchstens, wenn 'MFG' für 'Mittelfinger' steht“. Mit dabei sind auch Delux'sche Doubletime-Passagen („Ausrasta“) und der anstrengende Airhorn-Sound („Airhorn“).

 

Auch thematisch schließt „Blockbasta“ an „Wer hätte das gedacht“ an. Wieder bezeichnen sich ASD als eine Partei, die es zu wählen gilt („Die Partei“), erzählen von ihrem täglichen Marihuana-Konsum („Tortellini Augen“) und strotzen vor Selbstlob („Grosses Finale“). Aber auch gesellschaftskritische Texte finden sich: In „Mensch gegen Maschine“ warnen sie vor den Folgen des technischen Fortschritts und in „Mittelfinga hoch“ beziehen sie Stellung gegen Pegida. So ganz sind die Ereignisse der letzten Jahre doch nicht an ihnen vorbeigegangen. Ihrem Sound hört man das aber kaum an. Hip-Hop, der noch klingt wie vor zwölf Jahren, ist eben manchmal das Beste, wenn es um Rap geht.

Maike Brülls

ASD: „Blockbasta“, Four Music.

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