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Hellwach durch die Nacht

Neues Album von Chefket Hellwach durch die Nacht

Ihm wurde empfohlen, härter zu rappen. Doch Chefket legt auf solche Tipps keinen Wert. Auf ein Genre beschränken will er sich ebenfalls nicht. Sein neues Album "Nachtmensch" klingt leichfüßig, tiefgründig und durchdacht, meint ZiSH-Autorin Sophie Leyh. 

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Quelle: Facebook/chefket.offical

Jahrelang musste sich Chefket schlechte Karrieretipps anhören: Er solle härter rappen. Und er solle mehr auf seine türkische Herkunft anspielen. Aber Chefket, der eigentlich Şevket Dirican heißt und in Heidenheim aufwuchs, ehe er aus der Provinz nach Berlin zog, ließ sich nicht verbiegen. Lieber gibt er gemeinsam mit Kollegen wie Marteria dem Deutschrap das zurück, was während der Nullerjahre gefehlt hat: Authentizität abseits von Beleidigungen und Statusgehabe. Sein drittes Album „Nachtmensch“ klingt erfrischend leichtfüßig, tiefgründig und durchdacht.


Schon im Opener „Rap & Soul“ erklärt Chefket, dass er sich nicht auf ein Genre beschränkt. Die Songs folgen einer ganz eigenen Linie – zwischen Philosophie und Hedonismus, Politik und Persönlichem. In „Nachtmensch“ unterlegt Chefket Gedanken rund um die nächtlichen Paralleluniversen mit Klaviergeklimper, dumpf scheppernden Drums, miauenden Katzen und Waldkauzrufen. Im ruhigen „Träume“ mischt Produzent Farhot ein Sample der Jazz-Sängerin Melody Gardot mit sphärischer Trompete und souliger Gitarre. Darüber rappt Chefket: „Geld ist Nebensache, nur meine Träume machen mich zum reichen Mann.“ Aber er weiß auch, wie er die Hörer zum Tanzen und Lachen bringt. Das funkige und energiegeladene „Lass gehn“ ist ein augenzwinkernder Rap über den Aufriss im Club – mit überraschender Pointe.
„Nachtmensch“ ist eine intelligente Platte für alle Wachgebliebenen – voll schlummerndem Glück.

Sophie Leyh

Chefket: „Nachtmensch“, Vertigo Berlin (Universal). www.chefket.com

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