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Gute Laune aus der Tuba

Neue Platten: Moop Mama Gute Laune aus der Tuba

Mit einem sommerlichen Album melden sich Moop Mama zurück. Laut Band soll „M.O.O.P. Topia“ das beste ihrer Geschichte werden. Musikalisch weiß die neue Platte zu überzeugen. Ob das auch die Texte schaffen, weiß ZiSH-Autor Ansgar Nehls.

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So druckvoll, wie Culcha Candela es wohl gerne gewesen wären: Moop Mama.

Quelle: handout

Leise Töne waren im Repertoire von Moop Mama nie der große Hit. Kein Wunder: Sieben Bläser plus Snare- und Bassdrum gehen auf der Bühne gut nach vorn. Mit dem Rap von Keno Langbein und den notorisch-sommerlichen Melodien sind Moop Mama so druckvoll, wie Culcha Candela es wohl gerne gewesen wären.

Nicht weniger als das beste Album ihrer Bandgeschichte sollte „M.O.O.P. Topia“ werden, posaunte Langbein selbstbewusst heraus. Beworben haben es die zehn Münchner mit Guerilla-Auftritten. Als clowneske Kolonne tourten sie mit dem Fahrrad durch Deutschland und spielten vor Unis und in Parks Gratiskonzerte. Keine schlechte Idee: So ist die Band einst bekannt geworden.

Neue Songs wie „Geburtstag“ oder „Die Erfindung des Rades“ scheinen dann auch wie gemacht für solche Happenings. Die Bläser sind mitreißend arrangiert, Langbeins Texte raplastiger als bisher. Ein Großteil der Platte ist sommerlicher Brass in Marchingband-Stärke – gute Laune aus der Tuba. Leider können die Texte nicht mit der Musik mithalten: In „Alle Kinder“ reimt Langbein etwa: „Alle Kinder akzeptieren ihren Körper, nur nicht Tessa, die legt sich unters Messer.“ Flachwitze über vom Schönheitswahn verunsicherte Mädchen? Nicht so witzig. Das rettet auch das Feature von Jan Delay nicht.

„M.O.O.P. Topia“ ist nicht das beste Album der Band geworden. Es eckt nicht an und ist textlich zu schwiegermutterkompatibel. Musikalisch ist es wie gemacht als Soundtrack für einen Tag am See. Für mehr aber nicht.

Ansgar Nehls

Moop Mama: „M.O.O.P. Topia“, Mutterkomplex (Soulfood). www.moopmama.com

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