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Neue Platten

Aus dem Schatten gekommen


Sepalot, DJ der bayerischen Rap-Formation Blumentopf, hat ein Debütalbum produziert: "Chasing Clouds". Felix Klabe hat sich die Platte für ZiSH angehört.

Sepalot

© Handout

Ein Hip-Hop-DJ rappt und singt nicht. Er produziert Beats, stöbert nach alten Samples, liefert die Musik für diejenigen, die auf der Bühne ganz vorne stehen. Ein DJ ist – zumindest auf der Bühne – ein Schattenmusiker. Sich von dort in den Vordergrund zu spielen haben schon einige versucht. Auch Sepalot, DJ der bayerischen Rap-Formation Blumentopf. Auf seinen beiden vorherigen Soloalben begang er den gleichen Fehler wie DJ Thomilla auf „Genuine Draft“ (1999) oder Plattenpapzt auf „Full House“ (2000): Er gab sein Album aus der Hand, und Sänger und Rapper drückten dem Werk ihren Stempel auf. Noch einmal passiert Sepalot das nicht. Sein neues Album „Chasing Clouds“ soll keine Zusammenstellung von Songs sein. Bei der Auswahl der Musiker, die seinen Melodien eine Stimme geben, war er wählerisch.
Mit den US-Rappern Fashawn und Buff1 hat er nur zwei Rapparts an andere vergeben. Sie klingen in „Change“ und „Clocks Ticking“ überaus stilsicher. In „Rainbows“ nähert sich Sepalot mit seichten elektronischen Klängen und einer gesungenen Hookline dem Pop. Mit „Too Fast For You“ beweist er, wie sicher er das Spiel mit Funk-, Soul- und Scratchsamples beherrscht. Auf „Chasing Clouds“ hat es Sepalot geschafft, mit einer gelungenen Mischung aus Elektro, klassischen Hip-Hop-Elementen und Gitarren und ausgewählten Gästen Akzente zu setzen. Damit gelingt Sepalot tatsächlich ein großer Schritt nach vorn.
Felix Klabe

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