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Black Lips: So wie früher

Neue Platten Black Lips: So wie früher

Reichlich Rock-n-Roll-Zirkus: auch Produzent Mark Ronson konnte die Garage der Black Lips' nicht aufräumen. Marina Kormbaki berichtet für ZiSH von der neuen Platte „Arabia Mountain“.

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Black Lips: „Arabia Mountain“

Quelle: Handout

Jetzt, da „Arabia Mountain“ erschienen ist, weiß man: Die Sorgen waren grundlos. Als die Black Lips verkündeten, sie würden sich für ihr sechstes Album erstmals einen Produzenten ins Studio holen, war die Anhängerschaft irritiert. Und als die vier aus Atlanta bekannt gaben, dass Mark Ronson die Aufnahmen leiten würde – jener Retro-Rekorder also, der mit Amy Winehouse’ „Back To Black“ den Sixties-Soul ins Jetzt transponierte – da hieß es panisch: „Ausverkauf“, „Anbiederung an den Mainstream“.

Merkwürdig an „Arabia Mountain“ ist allerdings, dass Ronson kaum herauszuhören ist. Gut, die Platte franst nicht aus wie manches frühere Werk. Jeder der 16 heiteren Lo-Fi-Schrammelsongs hat seinen Platz. Es ist aber nicht so, dass Ronson in der ranzigen Soundgarage der Black Lips für Ordnung gesorgt hätte: Der Staub liegt fingerdick, die Sonics-, Premiers- und 13-Floor-Elevator-Platten fliegen umher, die Mustertapete hängt in Fetzen von der Wand. Bei den selbst ernannten „Flower Punks“ ist im Grunde alles so wie früher: reichlich Rock-n-Roll-Zirkus im bläserdurchsetzten „Family Tree“, blumiges Country-Flair in der Peter-Parker-Hommage „Spidey’s Course“, ein bisschen „Stairway to Heaven“-Melancholie im Song „The Lie“. Aber wirklich nur ein bisschen, denn die Lust am Quatschmachen lassen sich Black Lips nicht nehmen. Von keinem Produzenten der Welt.

Marina Kormbaki

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