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Bodi Bill: Kunst und Kitsch

Neue Platten Bodi Bill: Kunst und Kitsch

Mit „I Like Holden Caulfield" gelang den Elektropoppern Bodi Bill aus Berlin ein veritabler Indiehit. Seinen neuesten Streich hat das Trio nun „What?" genannt. Warum? Das erklärt Karsten Röhrbein.

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Bodi Bill sind längst kein Geheimtipp mehr.

Quelle: Handout

Kunst oder Kitsch? Bei Bodi Bill aus Berlin ist das nicht einfach auszumachen. Das fängt schon beim Bandnamen an. Bodi Bill ist eine Quatsch-Englisch-Wortschöpfung für die schöne deutsche Grobmotorikerumschreibung „Körperklaus“. Dass der Name auch irgendwie nach Schweiß und Hanteltraining klingt, fand Sänger Fabian Fenk auch nicht unpassend für eine Band, die sich in ihren Anfangstagen an Techno abgearbeitet hat.

Zusammen mit Anton Feist und Alex Amoon hat Fenk das ursprünglich rein elektronische Klangspektrum deutlich erweitert: Längst kommen nicht nur Laptops zum Einsatz, sondern auch Geigen und Gitarren. Ihr drittes Album „What?“ ist die Entdeckung der Langsamkeit: Wie weiland in Weilheim pluggern die Synthesizer gemächlich im Hintergrund, und lassen viel Raum für Fenks fast apathische Stimme, für Sirren, Klirren, Fiepen. Was erst nach blasierter Performancekunst klingt, entfaltet aller gewollten Beiläufigkeit zum Trotz einen faszinierenden Sog – so konventionell die einzelnen Elemente auch sein mögen.

Die Klasse von Songs wie „Brand New Carpet“ und „Pyramiding“ kann „What?“ aber nicht immer halten. „Hotel“, der Versuch, Haunted House im Stil von Fever Ray zu persiflieren, klingt dann doch zu abgeschmackt. Lust auf ein Konzert der tollen Liveband macht das Album allemal. Zu lange sollte man nicht zögern: Ein Geheimtipp ist Bodi Bill auch außerhalb Berlins nicht mehr.

Bodi Bill: „What?“,
Sinnbus (Rough Trade).
 www.bodibill.de

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