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Bon Iver: Elektrisierter Akustiker

Neue Platten Bon Iver: Elektrisierter Akustiker

Mit seinem neuen Album ist Justin Vernon alias Bon Iver nach ein paar unnötigen Ausrutschern wieder auf dem richtigen Pfad - findet Malte Mühle, der sich die neue Platte für ZiSH angehört hat.

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Bon Iver: „Bon Iver“

Quelle: Handout

Die schlechte Nachricht vorweg: Auf dem neuen Album von Bon Iver befindet sich ein ganz grauenvoller Song. Die gute Nachricht: Alle anderen neun Songs auf „Bon Iver“, dem zweiten Album des Songwriters Justin Vernons aus Wisconsin, sind wunderschön. Ein bisschen hatte man sich schon Sorgen gemacht um den bärtigen Sänger mit der brüchigen Kopfstimme, der mit seinem fragil klingenden Debütalbum „For Emma, Forever Ago“ im Jahr 2007 überraschend Berühmtheit erlangte. Auf das Album folgten eine verzichtbare EP mit vier Songs, einige Nebenprojekte und zwei enttäuschende Singles zusammen mit Rapper Kanye West und anderen Szenegrößen.

Doch schon die ersten Klänge des neuen Openers „Perth“ versöhnen mit allen zurückliegenden Fehltritten. Es gibt keine Rapeinlagen mehr, kein Autotune verzerrt Justin Vernons Stimme. Bon Iver ist wieder bei dem, was ihm gut steht: der Folkmusik. Seine Gitarre ist inzwischen nicht mehr nur unplugged zu hören, sondern lässt warme, elektrisch verstärkte Töne aus den Boxen perlen. Und schon ist sie wieder da, die lang vermisste Bon-Iver-Stimmung, die an einen „schönen Winter“, an frisch gefallenen Schnee oder an den ersten Schritt auf einen vereisten See denken lässt. Und mit so schönen Liedern wie „Towers“ oder „Calgary“ lässt es sich gut aushalten, bis er dann wirklich da ist, der schöne Winter.

Malte Mühle

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