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Flucht vor den Arschgesichtern

Neue Platten: Turbostaat Flucht vor den Arschgesichtern

Die Punkrocker von Turbostaat sind mit ihrem neuen Album "Abalonia" zurück. Die Platte der Nordlichter ist ein Konzeptalbum über die Flucht vor aus einer kaputten Gesellschaft und noch kaputteren Städten. Hoffnung gibt das Fantasieland "Abalonia". Ob es dort wirklich besser ist, weiß ZiSH-Autor Joss Doebler.

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Flucht ins Fantasieland: Turbostaat.

Quelle: Andreas Hornoff

Semona ist der Zivilisation müde. Die Wut, die Kriege, die Gewalt: Sie mag es nicht mehr sehen. Also macht sie sich auf die Suche – nach dem vage beschriebenen Fantasieland Abalonia. Vielleicht lebt es sich da ja besser.
Das sechste Album der Punks von Turbostaat ist ein Konzept-album. „Abalonia“ erzählt die Geschichte von der Flucht aus einer kaputten, zukunftslosen Stadt. „Wir bleiben nicht zum Sterben hier“, singt Jan Windmeier im kühl vorantreibenden Opener „Ruperts Grün“, und: „Was ist schon diese Stadt im Herbst?“ Das ist, so sagt die Band, eine Anspielung auf das Erstarken der flüchtlingsfeindlichen Pegida-Bewegung und die Stammtischparolen der AfD.

Die Texte von Turbostaat sind abstrakt, aber an ihrer linken Einstellung lassen sie trotzdem keinen Zweifel. Deutlich wird das auch im schwermütig-schleppenden „Die Arschgesichter“. Die stünden wieder „In Reih und Glied, gekämmt und gestriegelt“.

„Abalonia“ klingt zunächst wie jedes Turbostaat-Album: düster, dringlich, depressiv. Die Reibeisenstimme bellt über hallende Schrammelgitarren. Aber die Strukturen der Songs wurden aufgebrochen. Strophe und Refrain sind nicht immer klar erkennbar. Das hält die Geschichte im Fluss – trägt aber auch zur Verwirrung bei. Denn bei allem Ideenreichtum wirkt die Platte vor allem konfus. Es fällt schwer, die Handlung in all den kryptischen Versen zu finden. Und so bleibt „Abalonia“ am Ende genauso vage und nebulös wie das gleichnamige Fantasieland.

Joss Doebler

Turbostaat: „Abalonia“, Pias Germany. www.turbostaat.de

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