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Computer statt Klampfe

Neue Platten Computer statt Klampfe

Die neue Platte der Bright Eyes ist auf dem Markt: elektronisch, optimistisch, radiotauglich. Tobias Morchner hat für ZiSH hineingehört.

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Feurige Farben, optimistische Klänge.

Quelle: Handout

Bright-Eyes-Chef Conor Oberst hat es wieder getan. Wie schon zu Zeiten des Albums „Digital Ash in a Digital Urn“ hat der Mann aus Nebraska mal wieder seine Klampfe in den Schrank gesperrt und den Schlüssel dreimal im Schloss herumgedreht. War wohl ein bisschen zu viel handgemachte Musik, mit der sich der Künstler in den vergangenen Jahren allein, in Begleitung der Mystic Valley Band oder als Teil der vierköpfigen Monsters of Folk über Wasser gehalten hat. Jetzt müssen also die Laptops und die Keyboards für den musikalischen Rahmen sorgen. Der ist allerdings bei Weitem nicht so düster wie beim ersten „digitalen“ Album. Die gut gelaunte Synthie-Pop-Nummer „Shell Games“ könnte gut und gerne in den öffentlich-rechtlichen Formatradios laufen, wenn deren Macher sich nur ein wenig mehr zutrauen würden. Die Hymne an „Haile Selassie“ besticht dagegen durch ihren ungeraden, munter hüpfenden Rhythmus.

Und noch etwas ist anders als bei den meisten Vorgängerwerken: Conor Oberst klingt längst nicht mehr so brüchig, er spart sich die verzweifelten Aufschreie, vielmehr singt der Songwriter seine Lieder ganz ohne seine sonst zum Teil schon nervigen stimmlichen Manierismen. Wem das alles nicht passt, der kann sich bei YouTube das Video vom wunderbaren Old-School-Song „First Day of My Life“ aus dem Soundtrack von „Laughing Out Loud“ in Dauerwiederholung ansehen.

Tobias Morchner

Bright Eyes: „The People`s Key“, Universal.


www.myspace.com/brighteyes

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