Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Cults: „Cults“

Neu Platten Cults: „Cults“

So klingt der Sommer: Das neue Album der Cults erinnert an die Girl-Bands der frühen Sechziger. Karsten Röhrbein hat in die neue Platte reingehört und findet sie unerhört gut.

Voriger Artikel
Tyler, The Creator: „Goblin“
Nächster Artikel
Gelungener Neustart

„Cults“ ist Gitarren-Pop 2.0.

Quelle: Handout

Gesprächsfetzen wehen von weit, weit her, ein Glockenspiel klimpert eine fröhliche, kleine Melodie wie aus längst vergessenen Kindertagen, dann rumpelt der Synthesizerbeat los. Ein bisschen bräsig, wie erschöpft von einem langen Tag am Strand. Und so klingt auch Madeline Follin, die Sängerin der Cults. Verträumt vielleicht, in jedem Fall aber aufreizend lässig singt sie „Go Outside“, den ersten Hit der Lo-Fi-Pop-Sensation Cults. Mit diesem Song gelang dem vorher gänzlich unbekannten Duo aus New York ein Coup: Nachdem einflussreiche US-Musikblogs wie Gorilla Vs Bear und Pitchfork 2010 dem Charme von Madeline Follins Sixties-seligem Sing-Sang erlagen, wurde auch Lily Allen auf die Newcomer aufmerksam; ihr Debütalbum veröffentlichen Cults deshalb jetzt beim Majorlabel Columbia.

Es erinnert entfernt an die großen Girl-Bands der frühen Sechziger, an die Shirelles und die Ronettes, die Shangri-Las und die Supremes. Von Phil Spectors Wall of Sound, dem legendär dichten Sound der Motown-Ära, ist allerdings wenig übriggeblieben: Songs wie „Abducted“ und „Most Wanted“ klingen so verhuscht, als hätten Follins und ihr Partner Brian Oblivion ihre Mikros nicht im Studio aufgebaut, sondern nur das aufgenommen, was durch die dichte Tür nach draußen dringt. „Cults“ ist süßer, manchmal schaurig schöner Gitarren-Pop 2.0. Eine gute halbe Stunde kurz. Und unerhört gut.

Karsten Röhrbein

Cults: „Cults“, Columbia (Sony), www.cultscultscults.com

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neue Platten