Hannover. Holzfällerhemden haben Hochkonjunktur. Und Vollbärte auch. Und auch Dan Mangan reiht sich ein zwischen den vielen bärtigen Folkgitarristen, die zurzeit recht erfolgreich von Wäldern, Freiheit und Glück singen. Doch zwischen Justin Vernon von Bon Iver und William Fitzsimmons wirkt der Kanadier Dan Mangan ganz schön blass. An die phantasievollen und energischen Melodien seines zu Recht gefeierten Albums „Nice, Nice, Very Nice“ kann Mangan mit „Oh Fortune“ nicht so recht anknüpfen.
Klingt der Opener „About As Helpful As You Can Get Without Being Any Help At All“ dank der orchestralen Begleitung seiner Backingband wie der Soundtrack eines Disney-Films (in dem Bambi verschlafen auf die Waldlichtung tritt, wo Sonnenstrahlen seine Nase kitzeln), wird es danach immer ruhiger. Und uninspirierter. Richtig in Schwung kommt keines der Stücke.
In „Post War Blues“ schlägt Mangan tatsächlich mal härtere Saiten an, doch schon bei „If I Am Dead“ kehrt wieder Ruhe ein. Und dann kommt er auch noch, der Song vom Wald: „There are leaves in the trees/ There are trees in the forest“: So wenig überraschend wie diese Zeilen sind die meisten Titel. Zusammen ergeben sie ein nettes Bild, einzeln aber sind sie doch reichlich fad. Als Begleitmusik für ruhige Stunden eignet sich „Oh Fortune“ trotzdem. Der Wald hat ja auch viele schöne Seiten – wenn man ganz genau hinsieht.
Friederike Vogel
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