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Tanzbare Melancholie

Neue Platten: Years & Years Tanzbare Melancholie

Wer in der Hitliste der vielversprechendsten Newcomer der BBC ganz oben landet, weckt Hoffnungen. Die Latte liegt also hoch für das erste Album "Communion" der diesjährigen Gewinner-Band Years&Years. ZiSH-Autorin Sophie Leyh hat sich ihren emotionalen Elektro-Pop angehört.

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Quelle: Handout

Immer zum Jahresbeginn orakelt die „Sound of …“-Prognose der BBC, welche fünf Musiker in den kommenden Monaten den Durchbruch schaffen könnten. In diesem Jahr soll demnach das Londoner Elektro-Pop-Trio Years & Years groß rauskommen. Die Latte liegt also hoch für das Debütalbum „Communion“. Zentrales Thema darauf ist die Liebe mitsamt all ihren Unsicherheiten: Hoffnung, Wünsche, Abhängigkeit und immer wieder zweifelnde Gedankenspiele.

Die Musik klingt ausgetüftelt und vielschichtig: Emres mal pulsierende, mal driftende Synthesizer-Beats werden untermalt von Mikeys waberndem Bass. Dazu singt Frontmann Olly, dessen filigran-hohe Stimme an Sam Smith oder die 
R -’n’-B-Größe The Weeknd erinnert. Das Trio komponiert klassisch am Klavier und fügt erst danach elektronische Effekte hinzu. Mit ihrem Radiohit „King“ bewiesen Years & Years schon, dass viel Energie in ihnen steckt. Neben den dynamischen Songs „Real“ und „Take Shelter“ fällt der finale und reduziert-klavierlastige Track „Memo“ positiv ruhig auf. Darin singt Olly über letzte Hoffnungen einer fast beendeten Beziehung. In „Desire“ fragt er „Is it desire or is it love, that I’m feeling for you?“. Symptomatisch für eine Generation voller Möglichkeiten, die auf der Suche nach dem perfekten Gegenstück alles geben will und trotzdem scheitert – in Gefühlen verheddert und vom Ideal gefesselt. „Communion“ lässt den Hörer mitfühlen und eigenen emotionalen Ballast parallel hinaustanzen. Quasi wie Musiktherapie.

Sophie Leyh

Years & Years: „Communion“, Polydor (Universal).

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