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Foster The People: Drauf gepfiffen

Neue Platten Foster The People: Drauf gepfiffen

Vom Handy in die Umkleidekabine: Foster The People bieten eine eher unkonventionelle Bandgeschichte. Karsten Röhrbein hat sich für ZiSH in die neue Platte „Torches“ angehört.

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Foster The People: „Torches“

Quelle: Handout

Wie man kurze, eingängige Melodien schreibt, weiß Mark Foster: Bis 2009 hat der Keyboarder und Gitarrist aus Kalifornien hauptberuflich Klingeltöne und Werbejingles komponiert. Dann traf er die beiden Filmstudenten Mark Pontius und Cubbie Fink, gründete die Band Foster The People – und landete 2010 einen Sommerhit. Blogger, die auf der Bandhomepage „Pumped Up Kicks“ aufgestöbert hatten, lobten den Song so überschwänglich, dass er wenig später im Radio lief – ohne, dass die Band einen Plattenvertrag hatte.

Schlagzeug und Bass tänzeln schön träge hin und her, als hätten die Musiker einen herrlich verpeilten Tag am Strand hinter sich. Fosters minimalistischer Refrain ist maximal eingängig, irgendwo zwischen Empire Of The Sun und den „Young Folks“-Mitpfeifsongs von Peter, Björn und John.

Kein Wunder also, dass das Lied sich in seinem zweiten Sommer immer größerer Beliebtheit erfreut, selbst in Vorabendserien und H&M-Umkleidekabinen. Wer aber mitsingen will, schluckt schnell: Im Text geht es um die Gewaltphantasien eines potenziellen Amokläufers: „You better run / Faster than my bullet.“ Diesen Tiefgang haben leider nicht alle der zehn Songs, die Foster The People auf ihrem Debüt „Torches“ versammelt haben. Und so schön das synthesizerverliebte „Helena Beat“ und das pfiffige „Color On The Wall“ auch sind – manche Melodien hätten in Klingeltonlänge gereicht.

Karsten Röhrbein 


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