Zu einem Kindergeburtstag gehören allerlei Zutaten: Ballons sollte es geben, Luftschlangen, ein Krönchen für das Geburtstagskind, Smarties und zuckrigen Kuchen. Würde man solch eine Fete mit Rockmusik vertonen, herauskommen würde die Musik von Katzenjammer. Die vier Norwegerinnen klingen wie der Soundtrack zu Schaumkusswettessen und Gummitwist: Lautstark, quirlig, bunt. Das Frauenquartett, das sich nach dem Zwanzigerjahre- Comic „Katzenjammer Kids“ benannt hat, musiziert, improvisiert und kreiert auf „A Kiss Before You Go“ einen Sound, der irgendwo zwischen Gogol Bordello, The Corrs und den Dixie Chicks liegt. Mehr als 30 Instrumente beherrschen die Vier – eine Menge, mit der man auch eine Menge Krach machen kann. Gleich der erste Song nach der Ouvertüre ist ein Mithopshit: Countryesk tänzelt sich „I Will Dance (When I Walk Away)“ durch die Zeilen, mit treibendem Glockenspiel und Akkordeon. „Cocktails And Ruby Slippers“ begrüßt mit einem stakkatohaften Pianobeat und Punkgesang, bevor im Refrain in profunden Höhenlagen eine Mitsingmelodie kredenzt wird. In „Rock– Paper–Scissors“ wird es dank des dominanten Banjos irisch. Doch was zwischen den wenigen fröhlichen Hits steckt ist – entschuldigt, Mädels – anstrengend. Wo bleibt die Leichtigkeit des Debüts? Zu viel Düsteres klingt hier an, das die eigentlich tanzbaren Melodien wie ein Schleier überlegt – und das kratzige Genesis-Cover „Land Of Confusion“ hätten sie sich sparen sollen.
Hannah Suppa
Katzenjammer: „A Kiss Before You Go“, Vertigo.
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