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Neue Platten

Im Bauch der Maschine


Zola Jesus lässt sich von The xx und Nitzsche inspierieren. Ihr neues Album "Conatus" hat sich Malte Mühle für ZiSH angehört.
Zola Jesus: Conatus.

Zola Jesus: Conatus.

© Handout

Kaum hebt Nika Roza Danilova alias Zola Jesus zu den ersten Tönen von „Swords“ an, dem Vorspiel ihres dritten Albums „Conatus“, steht der Hörer im Bauch einer gespenstischen Maschine. Kehliger, verhallender Gesang, weich gespülte Industrial-Klänge und pulsierende Elektropop-Beats bilden das Grundgerüst für ein düster verwaschenes Werk im Stile von Zeitgenossen wie The xx oder Fever Ray. Solche Ähnlichkeiten sind kein Zufall, war Zola Jesus doch mit beiden Bands auf Tour.
Tief und schwer liegt ihre Stimme über Songs wie „Ixode“ oder „Skin“, in denen sich Geigen- und Klavierklänge mit New Wave vereinen. Das klingt schon fast wie die elektronisch verfremdeten Klavierstücke der Österreicherin Anja Plaschg (Soap & Skin). Das düstere Referenzspiel setzt Zola Jesus in Interviews fort. Nitzsche und Schopenhauer nennt sie als Einflüsse. Schade nur, dass kaum überprüfbar ist, ob sich das Interesse der US-Amerikanerin an Philosophie auch in ihren Texten niederschlägt. Zu verstehen sind die nämlich kaum, so viel Hall verstellt Zola Jesus’ Stimme.
Das wirkt unnahbar, aber auch erhaben. Wie ein Rätsel, das es zu entschlüsseln gilt, wie eine Maschine, die zu viele Rädchen hat, um sie zu verstehen. Etwas schleppend in Fahrt kommt sie zwar, die höllische Gothpop-Maschine, in die Zola Jesus mit „Conatus“ entführt. Einmal in Bewegung ist sie aber nur schwerlich wieder anzuhalten.

Malte Mühle

Zola Jesus: „Conatus“,
Souterrain Transmissions,

www.zolajesus.com

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