Zappelig, verspielt, schwelgerisch: Das neue Album von Clap Your Hands Say Yeah ist vieles. Nur eines ganz sicher nicht: hysterisch. Auch wenn es so heißt. Hysterisch, das war 2005, als der Band aus Brooklyn mit dem selbst produzierten Debüt eine Web-2.0-Sensation gelang. Nachdem das Online-Magazin „Pitchfork“ das Album für sich entdeckt und hoch gelobt hatte, musste die Band Extraschichten einlegen, um mit dem CD-Versand nachzukommen. Mehr als 30 000 Alben verkauften Clap Your Hands Say Yeah so, ganz ohne Label im Rücken.
Spieluhren und Jahrmarktschreier hatten sich auf das Album verirrt, das von knarzenden Synthesizern, filigranen E-Gitarren, rumpelndem Schlagzeug und dem überschlagenden Gesang von Alec Ounsworth zusammengehalten wurde. 2007 legte die Band, mittlerweile mit Plattenvertrag, mit „Some Loud Thunder“ fast trotzig nach – als wollte sie mit verspulten Lo-Fi-Nummern wie „Satan Said Dance“ zu hohe Erwartungen unterlaufen. Auf „Hysterical“ haben die Indie-Rocker die Scheu vor großen Melodien nun aber abgelegt. Alec Ounsworth schraubt seine Stimme neuerdings so sauber in die Höhe wie zehn Jahre zuvor Tim Booth bei den Britpoppern James. Schon kritteln Nörgler, „Hysterical“ sei „Indie-Rock as usual“ („Musikexpress“). Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.
Karsten Röhrbein
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