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Neue Platten

Kantiger Soul


Soul aus Hamburg und Afrika: Sängerin Nneka legt mit "Soul is Heavy" ihr zweites Album vor. Felix Klabe hat es sich angehört.
Nneka: "Soul is Heavy".

Nneka: "Soul is Heavy".

© Handout

Nnekas Seele ist schwer, das sieht man der gebürtigen Nigerianerin auf dem Cover ihres neuen Albums „Soul is Heavy“ an. Ihr Augenbrauen zieht sie tief herunter, ihre Haut ist uneben, mit Schlamm bedeckt. Vor zwölf Jahren kam sie nach Hamburg, über die Gründe spricht sie nicht. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater vom Niger. Und sie ist irgendwo dazwischen. Auf ihrem Debütalbum „Victim of Truth“ sang sie vom „Halfcast“ – dem Halbblut. Eingängig und entschieden. Ihr Album wurde von Kritikern gefeiert, doch Nneka bleibt ein Geheimtipp, auch wenn sie in den USA mit der Rap-Band The Roots tourt.

Auf dem zweiten Album führt sie ihre Reise zurück nach Afrika. Ihr Merkmal: afrikanisches Englisch. Auf „Soul is Heavy“ eint sie Stile wie Gospel, Reggae, Rap und Soul, und verbindet Menschen, die wie sie die dunklen Seiten des Lebens nicht verdrängen. Dass sie Bürgerrechtlerin ist, wird in „Lucifer (No Doubt)“, einem Song gegen Korruption in ihrer Heimat, deutlich. In „Don’t Even Think“ zeigt Nneka ihre Vielseitigkeit: Mal rappt sie auf kargen Gitarrenriffs, mal singt sie vom Klavier unterstützt zart und fordernd. Den im Soul üblichen Schmerz hört man in „My Home“, den sie gekonnt ins Kraftvolle wendet. In „J“ singt sie stimmungsvoll über die Liebe. Nneka schafft mit „Soul is Heavy“ ein inhaltlich und musikalisch überzeugendes Album, das die Elemente des Souls aufnimmt, Stile eint und modern klingt, wie es sonst nur Lauryn Hill oder Erykah Badu schaffen.

Felix Klabe

Nneka: „Soul is Heavy“, Four Music (Sony), 
www.nnekaworld.com

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