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Klare Haltung, klare Kante

Klare Haltung, klare Kante

Eine der wichtigsten Punkrocktugenden: Immer sagen, was man denkt. Das schafft KMPFSPRT, ohne stumpf zu sein, meint ZiSH-Autor Manuel Behrens.

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Texte mit klarer Kante: KMPFSPRT.

Quelle: Handout

Ein bisschen mehr wie Bendzko, ein bisschen weniger Punk“ – was KMPFSPRT-Frontmann Richard singt, klingt nach einem guten Konzept, wenn man es als Musiker in TV-Frühstücksmagazine schaffen will. Doch darauf und auf Kompromiss-Pop à la Tim Bendzko haben KMPFSPRT aus Köln keine Lust. Oder, wie es die Punkband in „Ich hör’ die Single nicht“ sagt: „Kein Hit, kein Pop, kein Bock.“ Dass der Pop-Diss-Song mit dem ironischen Text selbst ziemlich eingängig ist, passt zum Humor der Band ohne Vokale im Namen.


Vor allem ihre raubeinige Attitüde ist es, die KMPFSPRT auch auf dem neuen Album „Intervention“ so besonders machen: Wie schon auf dem Debüt „Jugend mutiert“ gibt es dreckig-druckvollen Punk im US-Stil, wie ihn Hot Water Music perfektioniert haben, inklusive rauem, zweistimmigem Gesang. KMPFSPRT sind aber vor allem wegen ihrer Texte interessant: klare Haltung, klare Worte, klare Kante.
Wenn Pegida und brennende Flüchtlingsheime dazu führten, dass man am Frühstückstisch vor Ekel ins Müsli breche, so meint die Band im Song „Antithese“, dann stimme hier etwas ganz und gar nicht. Der dazugehörige Refrain ist so einfach wie clever: „Der Schrei nach Liebe wird plötzlich wieder laut“, singt die Band – und zitiert damit nicht nur Die Ärzte, sondern auch eine der wichtigsten Punk­rocktugenden überhaupt: Dass man immer sagen soll, was man denkt. Dass das auch klappt, ohne stumpf zu sein, zeigt das starke „Intervention“.

Von Manuel Behrens

KMPFSPRT: „Intervention“, People Like You,
 www.kmpfsprt.tumblr.com

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