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Krach-Rock statt Yacht Rock

Neue Platten Krach-Rock statt Yacht Rock

Vier Alben lang huldigten Dawes aus Los Angeles dem Sound und den Harmonien großer Siebzigerjahre-Songschreiber wie Jackson Browne und Warren Zevon. Auf ihrem neuen Album "We're All Gonna Die" haben sie einen neuen Sound ausprobiert - und ihre Identität immer noch nicht gefunden, meint Tobias Morchner.

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Suchen nach ihrer Identität: Dawes.

Quelle: Handout

Schon blöd, wenn einem als berühmtem Musiker das eigens ersonnene Marketingkonzept auf die Nerven geht. Die 
Dawes aus Los Angeles waren 2009 angetreten, um dem Sound und den Harmonien großer Siebzigerjahre-Songschreiber wie Jackson Browne und Warren Zevon zu huldigen. Vier Alben lang ging das Konzept so gut auf, dass Jackson Browne die Dawes sogar als Begleitband für eine US-Tour buchte. Warum sollte der alte Recke auch fremden Musikern seinen Sound erklären, wenn es doch junge Nachwuchskräfte gibt, die ihn perfekt beherrschen?

Doch spätestens nach dem Album „All Your Favorite Bands“ (2015) hatten 
Dawes-Gründer Taylor Goldsmith und seine drei Mitstreiter ihren Sound offenbar über – oder die hartnäckigen Fragen, ob sie nicht mal was eigenes machen wollten.

Nur ein Jahr später erscheint jetzt mit „We’re All Gonna Die“ ein neues Album – mit vollkommen neuem Klangkonzept. Die sonnigen Gitarrenriffs sind größtenteils verschwunden, der Gesang wird, wie beim Opener „One Of Us“, durch einen Verzerrer geschickt. Aus Yacht Rock wird so oft Krach-Rock. Schuld daran sind nicht die 
Dawes allein. Für den Neustart haben sie sich Hilfe von Langzeitfreund und Produzent Blake Mills geholt, der schon den Alabama Shakes seinen Stempel aufdrückte. Und das ist das Problem: Die Dawes klingen jetzt zwar nicht mehr nach Jackson Browne, dafür aber nach Blake Mills. Die Suche nach der eigenen Identität wird wohl noch eine Weile dauern.

Infos zur Platte

Dawes: „We’re All Gonna Die“, Rykodisc (Warner). dawestheband.com

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