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Zum Glück noch nicht erwachsen

Neue Platten: Kakkmaddafakka Zum Glück noch nicht erwachsen

Mit ihren hibbeligen Songs sind die Indie-Popper von Kakkmaddafakka bekannt geworden - auch dank der Hilfe von Mentor Erlend Øye. Das neue Album "KMF" haben die Norweger selbst aufgenommen - und wollen erwachsener klingen. Das findet ZiSH-Autorin Ricarda Deutsch schade.

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Werden nie ganz erwachsen: Kakkmaddafakka.

Quelle: dpa

Erwachsenwerden ist nicht leicht, erst recht nicht für eine Band, die für ihre hibbelig-pubertären Songs geliebt wird. Mit ihrem neuen Album „KMF“ probieren die Indie-Popper von Kakkmaddafakka es aber zumindest: Das Gute-Laune-Geschrammel, mit dem sie bekannt geworden sind, weicht entschleunigter Melancholie – zumindest in der ersten Single „Galapagos“. Da dominieren hallende Gitarrenriffs und der sehnsuchtsvoll gehauchte Gesang von Axel Vindenes. Durch das leise stampfende Schlagzeug lässt sich trotzdem dazu tanzen – auch ohne einen federleichten Refrain.


Auch sonst emanzipieren sich die Norweger: Das neue Album wurde nicht mehr von ihrem Landsmann und langjährigen Mentor Erlend Øye (Whitest Boy Alive) produziert, der in der Indie-Szene Legendenstatus genießt und den Sound der Band prägte. Stattdessen produzierten die Brüder Axel und Pal Vindenes das Album selbst.
Manchmal ufert der Wille zur Selbstfindung auf „KMF“ aber aus: etwa im gelangweilt klingenden „Superwoman“ oder der seichten Reggae-Nummer „No Cure“.
Die pubertären Texte drehen sich noch immer vorwiegend um Teenie-Probleme wie Beziehungsstress und Fernweh. Das flotte „Language“ erinnert an früher, an ihren Dancefloor-Dauerbrenner „Restless“ vom zweiten Album „Hest“. In diesen Momenten sind Kakkmaddafakka immer noch am stärksten: wenn sie ganz jung klingen. Manche Menschen werden eben nie ganz erwachsen. Und das ist gut so.

Von Ricarda Deutsch

Kakkmaddafakka: „KMF“, Bergen Mafia Records. www.kmfband.com

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