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Lärmen gegen die Leere

Neue Platten Lärmen gegen die Leere

Der Rock'n'Roll-Krise zum Trotz: Die Vaccines machen auf ihrem neuen Album Gitarrenlärm á lá Ramones. Marina Kormbaki hat für ZiSH reingehört.

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Gute Amateure: Rock von den Vaccines.

Quelle: Handout

Der Rock ‘n’ Roll steckt in der Krise, mal wieder. Das britische Magazin „Music Week“ kam vor Kurzem zu dem Befund, dass im Königreich unter den 100 bestverkauften Singles des vergangenen Jahres gerade mal drei Rocksongs waren. Insofern ist es recht mutig von den Vaccines, dass sie dem Zeitgeist zum Trotz die Gitarren anstöpseln und in die Rockleere hineinlärmen. Die Londoner konnten wohl nicht anders, heißt es doch achselzuckend im Titel ihres Debüts: „What Did You Expect From The Vaccines?“

Das Indie-Establishment erwartet eine Menge von den vier Anfangzwanzigern. Vor ein paar Monaten gaben sie ihr erstes Konzert in London, und wichtige Leute waren im Publikum: Alex Kapranos von Franz Ferdinand, Marcus Mumford von der Folkkapelle Mumford & Sons, die gesamte Belegschaft der White Lies. Einmütiges Fazit: prima Truppe, mindestens. Der Schreddersound der Vaccines ist handgemachter Drei-Akkorde-Rock mit Anleihen bei den Ramones. Justin Young hat zwar viel Hall in der Stimme, will aber keine großen Botschaften aussenden. Im ruppig-heiteren Opener „Wreckin’ Bar (Ra Ra Ra)“ ist in 82 Sekunden alles gesagt. In der Schunkel-Single „Post Break-Up Sex“ klagt Young über die Leere nach Beziehungsschluss, ohne rührselig zu klingen. Die Vaccines hegen keinen Anspruch auf Virtuosität. Sie sind Amateure, aber ziemlich gute.

The Vaccines: „What Did You Expect From The Vaccines?“,
 Sony Music


www.thevaccines.co.uk

Von Marina Kormbaki

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